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Wer zuletzt tanzt...

Der SC Bern schlägt Servette 5:2 und entscheidet die Viertelfinal-Serie mit 4:1 Siegen für sich. Im Halbfinal trifft der Meister ab nächster Woche auf die ZSC Lions.

Teamplayer par excellence: Mika Pyörälä.
Teamplayer par excellence: Mika Pyörälä.
Raphael Moser
Siegerlächeln und Victory-Zeichen: Thomas Rüfenacht, Eric Blum und Simon Moser (v.l.) freuen sich über die Halbfinalqualifikation.
Siegerlächeln und Victory-Zeichen: Thomas Rüfenacht, Eric Blum und Simon Moser (v.l.) freuen sich über die Halbfinalqualifikation.
Raphael Moser
Somit stehen die Berner bereits nach fünf Spielen in Halbfinal.
Somit stehen die Berner bereits nach fünf Spielen in Halbfinal.
Keystone
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Als Robert Mayer sein Tor verlässt, hat sich Servettes Hoffnung längst verflüchtigt. Dreieinhalb Minuten vor Ablauf der regulären Spielzeit wird der Genfer Torhüter durch einen sechsten Feldspieler ersetzt, doch am Verdikt ändert die Massnahme nichts mehr. Der SC Bern setzt sich 5:2 durch, entscheidet den Viertelfinal mit 4:1 Siegen für sich und steht im Halbfinal.

Wie erwartet war der fünfte Vergleich in dieser Serie der am härtesten umkämpfte – Servette hatte nach dem Sieg vom Samstag Hoffnung geschöpft, der SCB wurde nach der schwachen Leistung zu einer Reaktion gezwungen. Als zusätzliche Motivation diente dem Meister ausgerechnet ein Video aus Genf, welches Tanner Richard und Will Petschenig bei einer feucht-fröhlich-frivolen Tanzeinlage auf den Tischen im «McSorley’s Pub and Steak House» zeigt – nach dem ersten Erfolg in dieser Serie notabene.

Am Dienstag gaben vorerst die Berner den Takt an. Topskorer Andrew Ebbett traf bereits nach 21 Sekunden den Pfosten. Mark Arcobello und Mika Pyörälä verpassten Sekunden später ausgezeichnete Möglichkeiten. Der Finne Pyörälä war anstelle des angeschlagenen Kanadiers Mason Raymond erstmals im Playoff in die Aufstellung gerückt.

Servette wusste sich kaum einmal aus der eigenen Zone zu befreien – und kam nach neun Minuten zum Führungstor wie die Jungfrau zum Kind. Stürmer Simon Bodenmann und Verteidiger Jérémie Kamerzin vertändelten den Puck im eigenen Drittel frei nach dem Motto «Nimm du ihn, ich hab ihn sicher», Jeremy Wick profitierte. Wick, wieder er. Der kanadisch-schweizerische Doppelbürger hatte bereits in der letzten Begegnung in Genf zweimal von Berner Unzulänglichkeiten profitiert.

Doppelschlag im Schlussdrittel

Bern spielte, Genf reüssierte, so war das also im ersten Drittel. Doch im Mittelabschnitt erhielten die Zuschauer in der einmal mehr nicht ausverkauften Postfinance-Arena das Umgekehrte präsentiert. Nun offenbarte der SCB Mängel im Spielaufbau, die Dominanz der Gäste blieb ohne Ertrag. Stattdessen traf Marc Kämpf aus dem Gewühl vor Mayer, und Thomas Rüfenacht nutzte einen wunderbaren Querpass Pyöräläs zum 2:1.

Die Entscheidung fiel unmittelbar nach der zweiten Pause: Zuerst reagierte Arcobello auf einen neuerlichen Mayer-Abpraller am schnellsten (42.), und zwei Minuten später traf Gaëtan Haas im Powerplay. Nun war der Widerstand der Gäste gebrochen, und am Ende bedankte sich der SCB beim Publikum, genau, mit einem Tänzchen. Coach Kari Jalonen bilanzierte: «Torhüter Leonardo Genoni und unser Unterzahlspiel waren in dieser Serie zwei Schlüssel zum Sieg.»

Halbfinal hier, Analyse da

Für Bern geht das Playoff in einer Woche mit dem Halbfinal gegen die ZSC Lions weiter. Die Zürcher setzten sich gegen den EV Zug nach beeindruckendem Steigerungslauf in fünf Partien durch. Derweil werden in Genf in den nächsten Tagen Analyse und Bilanz auf der Agenda stehen. Der Verbleib des Trainers Craig Woodcroft scheint unwahrscheinlich. Intern gibt es seit längerem Gerüchte um Auseinandersetzungen mit Assistent Louis Matte sowie einigen Spielern. Extern erweckt der Kanadier den Eindruck, als wäre er im Theater Servette lieber im Souffleurkasten statt im Rampenlicht.

Ein Sprücheklopfer und Showman ist auch Kari Jalonen nicht. Doch der Finne hat seit seiner Ankunft in Bern im Sommer 2016 vieles im Griff und vermag immer wieder neue Reize zu setzen. Er sagte: «Wir haben drei Abprallertore erzielt. Das zeigt, dass wir sehr hungrig waren.» Trotz zwei Titeln hat der SCB offenbar noch immer Appetit.

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