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«Wir wussten, dass wir früher oder später ein Tor schiessen würden.»

Mark Arcobello beendet in Genf nach 117 Minuten und 43 Sekunden das längste Spiel in der Schweizer Eishockeygeschichte.

Endloser Jubel: Der SC Bern gewinnt das längste Spiel der Schweizer Eishockey-Geschichte und zieht in die Playoff-Halbfinals ein.
Endloser Jubel: Der SC Bern gewinnt das längste Spiel der Schweizer Eishockey-Geschichte und zieht in die Playoff-Halbfinals ein.
Martial Trezzini, Keystone
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Mark Arcobello, was ging Ihnen durch den Kopf, als der Puck kurz vor 1 Uhr nachts im Netz zappelte? Es war ein grossartiges Gefühl! Ganz besonders, weil wir den Match interessanter gemacht hatten, als es nötig gewesen wäre. Doch wir machten einen guten Job, es war stark, wie wir in der Verlängerung auf die zwei in letzter Minute erhaltenen Tore reagierten.

Das Spiel dauerte immer noch länger… Ja, es war schon eine grosse Erleichterung, fiel der Siegtreffer noch vor dem Ende der dritten Verlängerung. Aber wir hatten noch Energie. Wir wussten, dass wir früher oder später ein Tor schiessen würden.

Sie standen über 39 Minuten auf dem Eis, das ist für einen Stürmer ein unglaublicher Wert. Spürten Sie am Ende ihre Beine noch? Die Beine waren weniger das Problem, aber ich musste sehr viel trinken, damit ich nicht dehydrierte. Schliesslich dauerte der Match fünf Stunden. Wichtig war auch, dass wir mit vier Linien spielten, dadurch bekamen wir immer wieder willkommene Pausen.

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Video: der Moment der Erlösung

Mark Arcobello erzielt nach 117 Minuten und 43 Sekunden das Siegtor

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Haben Sie schon mal so lange gespielt? Ich denke, zumindest als Profi nicht. Ich kann mich jedenfalls nicht an ein so langes Spiel erinnern.

Sie gehen als Spieler in die Schweizer Eishockeygeschichte ein, der das längste Spiel beendet hat. Ist das so?

Ja, das stimmt. Was bedeutet Ihnen dieser Rekord? Er bedeutet, dass wir die Partien früher beginnen sollten, damit es nicht so spät wird (lacht). Im Ernst: Es ist cool, einen Rekord aufgestellt zu haben, aber er wird eher früher als später gebrochen werden. Diesmal hätte es problemlos noch eine vierte, vielleicht sogar noch eine fünfte Verlängerung geben können.

Zum vierten Mal gab der SCB in dieser Serie einen 2:0-Vorsprung preis. Wo liegt das Problem? Einerseits schalteten die Genfer in der Schlussphase der regulären Spielzeit in einen höheren Gang, andererseits begingen wir Fehler. Das darf uns eigentlich nicht passieren; im Playoff muss man einen 2-Tore-Vorsprung über die Zeit bringen. Wichtig ist nun, dass wir im Hinblick auf den Halbfinal aus diesen Fehlern lernen.

Rechnet man die Zeit auf, hat der SCB hat im Viertelfinal fast acht Partien ausgetragen. Kann sich die hohe Belastung mittelfristig negativ auswirken? Ich denke nicht, wir haben nun bis Dienstag Zeit, uns zu erholen. Auch allfällige kleine Verletzungen werden ausheilen. Sie wären überrascht, wenn sie wüssten, was fünf Tage bewirken können. Wir werden am Dienstag in tipptopper Form sein. Ich denke sogar, die gegen Servette gemachten Erfahrungen werden uns im Verlauf des Playoffs noch helfen.

Bern trifft nun auf Biel oder Langnau; haben Sie eine Präferenz? Nein, der Halbfinal wird so oder so ein Derby sein und darum sehr viel Spass machen. Wir dürfen uns nicht zu stark am Gegner ausrichten. Wir müssen uns vielmehr darauf konzentrieren, dass wir unser bestes Eishockey abrufen. Gelingt uns das, ist es nicht so wichtig, wer der Gegner ist.

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