Zum Hauptinhalt springen

Im freien Fall

Wacker Thun empfängt heute St. Otmar St. Gallen, den in der Krise befindlichen Traditionsklub.

«Mister St. Otmar»: Dominique Gmür.
«Mister St. Otmar»: Dominique Gmür.
Keystone

Ein Gigant liegt am Boden. In der letzten Saison ist der TSV St. Otmar St. Gallen als erfolgreichster Klub in der Geschichte des Handballverbandes abgelöst worden. Bloss ein Punkt trennt den siebenmaligen Meister nun davon, Schlusslicht im aktuellen Championat zu sein. 5 Zähler vereinen die Ostschweizer lediglich nach 9 Partien. Hinter ihnen sind einzig Endingen und GC Amicitia Zürich klassiert: der Aufsteiger und der andere in Schwierigkeiten steckende Grossverein.

Das Team wirkt, als wäre es mit Willkür zusammengesetzt worden. Es fehlt ein Konzept, eine Spielidee – das ist, womit sich Gegenentwurf Suhr, zuletzt viele Jahre in der Nationalliga B engagiert, abhebt. Bei den Aargauern hat Trainer Misha Kaufmann einiges bewegt, er hat seinen Leuten ein System vermittelt, das auf Kampfkraft und Disziplin basiert. Das ist ästhetisch kein Genuss. Aber erfolgreich. Das Ensemble schiesst vergleichsweise wenig Tore. Es kassiert aber auch kaum welche.

Schärers Abgang

Dominique Gmür ist so was wie der Mister St. Otmar, das «St. Galler Tagblatt» bezeichnete ihn einst als Vaterfigur im Klub. Seit fünfzig Jahren ist er diesem verbunden, er war Spieler, Trainer, sportlicher Leiter, alles eigentlich, gegenwärtig fungiert er als Geschäftsführer. Zweifellos seien Fehler passiert, erzählt der Textilunternehmer im Gespräch, in dem er bemerkenswert offen spricht. «Vielleicht», sagt der 66-Jährige, «haben wir zu lange an Predrag Borkovic festgehalten. Wir wollten Kontinuität. Das ­haben wir nicht hingekriegt.» Anfang Saison trennte sich der Verein vom Coach. Bereits im Sommer hatte Urs Schärer den Klub verlassen. Der langjährige Nationalspieler mit Wacker-Vergangenheit war Teammanager gewesen, vermochte seine Ideen aber nicht durchzusetzen.

Der Geschäftsführer sagt, der Wille sei gross, verstärkt auf einheimische Kräfte zu setzen. Einfach aber sei das nicht. «Wir haben im Gegensatz zu Thun keinen in der zweithöchsten Spielklasse vertretenen Partnerklub. Unsere Talente müssen in der 1. Liga reifen.» Zudem würde Otmar mit dem bloss 10 Kilometer entfernt gelegenen Gossau um die begabtesten St. Galler konkurrieren.

Illusionen macht sich Gmür keine. «Wir benötigen heuer jeden Punkt.» Und in Thun zu reüssieren, sei schwierig. Letztmals sicherten sich die Ostschweizer im Dezember 2011 einen Zähler in der Lachenhalle. Im Berner Oberland waren sie schon erfolglos, als sie noch erfolgreich ­waren.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch