Handball

Im Schlafmodus zum bösen Erwachen

HandballDie Thuner hinterlassen gegen Kriens einen müden Eindruck und verlieren 26:28. Der Meister bangt nun um die Finalrundenteilnahme.

<b>Glücklos:</b> Gabriel Felder scheitert an André Willimann.

Glücklos: Gabriel Felder scheitert an André Willimann. Bild: Christian Pfander

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Es gibt Namen, die in Thun heftigeren Beifall auslösen als derjenige Goran Perkovacs. Während seiner Zeit als Coach der hiesigen Nationalmannschaft stand der kroatisch-schweizerische Doppelbürger eher nicht im Verdacht, zu viele Wacker-Akteure zu berücksichtigen. Und nachdem die Berner Oberländer 2012 im Challenge-Cup-Final Diomidis Argous unterlegen waren, kursierte in Teilen des Vereinsumfelds die Theorie, Perkovac habe den griechischen Club mit Informationen zum helvetischen Gegner versorgt.

Perkovac trainiert nun Kriens, und im Anschluss an die gestrige Partie startete der 56-Jährige in der Talkrunde eine Charmeoffensive, lobte die Thuner für deren Auftritte in Meisterschaft und Champions League. Auf Begeisterung stiess er damit nicht. Der Zeitpunkt war kein guter: Die Berner Oberländer hatten gerade ein Spiel verloren, 26:28 lautete das Verdikt in der Begegnung mit den schlecht in die Saison gestarteten Luzernern. Es war die erste Heimniederlage der Saison. Die Laune der Zuschauer: entsprechend.

Wacker-Sympathisanten hatten in den zwei Stunden davor leiden müssen. Die Hausherren vermittelten den Eindruck, nicht bereit zu sein. Antreiber Reto Friedli versuchte fortwährend, seine Mitstreiter wachzurütteln. Umsonst. Es war der schwache Tag, den wohl früher oder später unweigerlich einzieht, wer alle drei Tage ranmuss und dabei bloss auf ein stark reduziertes Kader zurückgreifen kann.

Erschwerend kam hinzu, dass mit Nicolas Suter der stärkste Individualist nicht in Topverfassung ist, auch wenn die Statistik hier widerspricht, ihm mit fünf Treffern aus fünf Versuchen ein im Grunde glänzendes Zeugnis ausstellt. «Er ist platt», sagt Coach Martin Rubin und verweist auf das heftige Programm, das insbesondere Leistungsträger stemmen müssen.

Im Angriff mangelte es an Ideenreichtum und vor allen Dingen an Durchschlagskraft, in der Defensive bisweilen an Cleverness. In einer über weite Strecken ausgeglichenen Partie bekundeten die Hausherren gewiss auch Pech, vorab bei der einen oder anderen Schiedsrichterentscheidung. Letztlich aber war die Darbietung zu schlecht, als dass Punkte hätten resultieren können.

In Schwierigkeiten

Nahezu inexistent war das Spiel mit den Kreisläufern, erneut glücklos die Vorstellung der Flügelakteure. Im Rückraum tat sich neben Suter vorab Phillip Holm schwer, der Ausländer, der in Partien wie diesen gefordert wäre. Rückkehrer Roman Caspar und die je sechsmal erfolgreichen Ivan Wyttenbach und Damien Guignet zeigten eine gute Performance, ohne zu brillieren.

Durch den Sieg verringerten die Innerschweizer ihren Rückstand auf das fünftplatzierte Wacker auf zwei Punkte. Sieben Teams haben realistische Chancen auf einen der sechs Finalrundenplätze, und die Thuner versäumten es am Mittwoch, Direktkonkurrenten zu enteilen. Vielleicht sorgte ausgerechnet Perkovac dafür, dass der Meister in die Abstiegsrunde muss. (Thuner Tagblatt)

Erstellt: 07.11.2018, 23:09 Uhr

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