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Klare Verhältnisse beim Derby

Das erste Handball-Derby der Saison geht an Wacker. Die Thuner bezwingen den BSV Bern Muri mühelos 29:22.

Hoch hinaus: Wacker Thun (links Nicolas Raemy) ist dem BSV Bern Muri (Valentin Striffeler) im Derby überlegen.
Hoch hinaus: Wacker Thun (links Nicolas Raemy) ist dem BSV Bern Muri (Valentin Striffeler) im Derby überlegen.
Christian Pfander

Man kennt sich, man mag sich. Ein Handschlag hier, eine Umarmung da; zwischen Thunern und Bernern werden vor dem Derby Nettigkeiten ausgetauscht. Dragan Dejanovic (BSV Bern Muri) und Martin Rubin (Wacker Thun) bildeten mehrere Jahre gemeinsam ein Trainergespann, und einige BSV-Spieler haben ebenfalls eine Thuner Vergangenheit. Es ist wie bei einem Klassentreffen.

Mit Beginn des Spiels trennen sich die Wege der beiden Equipen. Den einen gelingt fast alles, den anderen praktisch nichts. Nach sechs Minuten führt Wacker 5:1, Dejanovic nimmt ein Time-out und spricht seinen Schützlingen ins Gewissen. Die Massnahme verfehlt ihre Wirkung, in der 11. Minute trifft Nicolas Raemy zum 10:2. Die Partie ist damit vorentschieden.

Was ist passiert in den Start­minuten? «Wir haben den Gegner überfahren», bilanziert Rubin, der mit der Startviertelstunde seiner Equipe hochzufrieden ist. «Leider haben wir dann rasch nachgelassen.» Dejanovic wie­derum hat bei seiner Equipe in der ersten Halbzeit zehn technische Fehler gezählt. «Ohne Not, so geht das nicht.»

Von Qualität und Quantität

Im Handball steht Thun in der Hierarchie über Bern – immer noch, und obwohl die Hauptstädter für die Verpflichtungen der Ausländer Nikola Kedzo und Jakub Szymanski mehr als die Kaffeekasse leeren mussten. Eingespielt wirkte das Ensemble am Freitag im zweiten Saisonspiel allerdings noch nicht. Bei Wacker Thun hingegen hat sich in der Sommerpause personell wenig geändert. In der Startformation standen lauter Schweizer Spieler.

Das einheimische Schaffen sollte reichen, um auch in dieser Saison vorne mitmischen zu können. Die Ziele werden zwar jeweils moderat formuliert, alles andere als die Playoff-Qualifikation würde im Oberland aber als Enttäuschung angesehen. In Thun setzt man auf Quantität, etwas, das ­Dejanovic in seinem Team fehlt. «Wir sind zu wenig breit aufgestellt», sagt er. «Aber ich muss mit den Leuten arbeiten, die mir zur Verfügung stehen.»

Von Derbystimmung war am Freitag in der Lachenhalle wenig spürbar. Die 980 Zuschauer sahen ein einseitiges Spiel, der Wacker-Vorsprung betrug zur Pause immer noch 8 Tore (17:9).

In der zweiten Halbzeit glich sich das Geschehen aus, der Vorsprung Wackers blieb aber hoch, und die Partie endete bei 29:22. So konnten sich die Thuner an Neues heranwagen. Zum Beispiel das Spiel ohne Torhüter. Rubin brachte in gewissen Situationen einen zusätzlichen Feldspieler. Auch wenn er von der Regeländerung mässig begeistert ist, wird sie dennoch angewendet. Das Ein- und Auswechseln des Torhüters ist einfacher geworden. Es soll den Teams im Angriff eine Überzahlsituation ermöglichen und das Spiel attraktiver machen. «Was ich davon halten soll, weiss ich noch nicht genau.»

Ob sich das Risiko lohnt, muss sich auch noch weisen. Am Freitag hats funktioniert. Tore ins verlassene ­Gehäuse sind keine gefallen.

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