Leichtathletik

Das Werfen hat er im Blut

Leichtathletik Speerwerfer Simon Wieland ist neben der Läuferin Delia Sclabas der zweite Berner, der an der U-20-WM in Tampere (FIN) an den Start gehen darf.

Fokussiert: Simon Wieland will in Tampere den Speer möglichst weit werfen.

Fokussiert: Simon Wieland will in Tampere den Speer möglichst weit werfen. Bild: Raphael Moser

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Das Werfen gehört zur Familie Wieland aus Hinterkappelen. Die Eltern Beat und Susanne waren Werfer, der Vater ist als Trainer Mitglied der Schweizer Delegation an der U-20-WM in Tampere (FIN). Die sechs Kinder sind ebenfalls mit Speer, Diskus und Kugel in Leichtathletikstadien anzutreffen. «Ich habe mich auch schon im Drei- und im Hochsprung versucht», sagt der 17-jährige Simon Wieland.

«Aber Werfen ist einfach das Coolste», sagt das zweitjüngste der sechs Kinder. Sein Sportgerät ist der Speer. An den Schweizer Vereinsmeisterschaften Anfang Juni in Basel hat er diesen 70,07 Meter weit befördert und sich damit für die U-20-WM qualifiziert. «Ich habe mich bereits beim Einwerfen gut gefühlt», sagt Wieland. «Ich habe jedoch nicht erwartet, dass ich gleich die Limite für Tampere übertreffen würde.» Der Richtwert lag bei 68,70 Metern.

Lange verletzt

Es war ein spezieller Tag für Simon Wieland. Ähnlich wie sein sechs Jahre älterer Bruder war er lange verletzt gewesen. Lukas Wieland hatte im Nachwuchsbereich als grosses Talent gegolten, bestritt aber seinen letzten Wettkampf unter anderem wegen Schulterproblemen vor zwei Jahren. Er befindet sich wieder im Training und könnte in diesem Jahr sein Comeback geben. Auch Simon war anderthalb Jahre lang nicht im Stadion anzutreffen, eines Ellbogenbruchs wegen. «Ich absolviere in der Regel auch nur einmal pro Woche ein Wurftraining», sagt er. Und Wettkampf hat er seit der Vereinsmeisterschaft schonungshalber auch keinen mehr bestritten.

Umso wichtiger ist für Wieland das Training abseits der Arena. «Die Technik kann man sich durch Visualisierung aneignen», sagt der 17-Jährige, der im Neufeld das Sportgymnasium mit dem Schwerpunkt Wirtschaft/Recht besucht. Mehrmals pro Woche schaut sich Wieland Würfe von Topathleten an. Ein konkretes Vorbild hat er nicht. «Vom einen kann ich mir den Anlauf anschauen, vom anderen den Abwurf», sagt er. Trainiert er dann im Stadion, kann er diese Erkenntnisse umsetzen.

Wieland wurde im Dezember 2000 geboren und gehört damit zu den Jüngsten in der U-18-Kategorie. Die Ausgangslage vor dem Wettkampf ist schwierig einzuschätzen. «Ich möchte den Final erreichen», sagt er. «Dafür werden wohl etwa 72 Meter nötig sein.» Und damit eine Verbesserung der persönlichen Bestleistung um etwa zwei Meter. Die Qualifikation findet am Freitag statt, der Final am Samstag.

Olympia 2014 als Fernziel

Der Speerwerfer wirft bereits einen Blick auf die kommenden Jahre. «2019 findet eine U-20-EM statt. Dann bin ich im älteren Jahrgang, eine Klassierung in den ersten 8 könnte möglich sein.» Das Fernziel ist die Teilnahme an den Olympischen Spielen 2024 in Paris. Das Umfeld ist für Wieland dank der familiären Unterstützung optimal, zudem trainiert er in Zürich mit dem Schweizer Nationaltrainer Terry McHugh. Für den weiteren Karriereverlauf könnte es sich gelohnt haben, dass sich der Berner in diesem Jahr weitgehend von den Wettkämpfen ferngehalten hat.

(Berner Zeitung)

Erstellt: 11.07.2018, 08:47 Uhr

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