Der GP kommt ins nationale Fernsehen

Anlässlich des 38. Grand Prix werden morgen Samstag wieder Tausende durch Bern laufen. Und erstmals sendet SRF aus der Bundesstadt.

32'425 Läufer haben sich für den 38. Grand Prix von Bern angemeldet. Entsprechend voll wird die Altstadt wieder sein.

32'425 Läufer haben sich für den 38. Grand Prix von Bern angemeldet. Entsprechend voll wird die Altstadt wieder sein.

(Bild: Nicole Philipp)

Marco Oppliger@BernerZeitung

Es herrschte nicht nur eitel Freude, als 1982 erstmals Läufer durch die Gassen Berns rannten. Da und dort waren durchaus kritische Stimmen zu hören, weil man diesem neuen Anlass, der sich «Grand Prix von Bern» nannte, nicht so recht traute.

38 Jahre später ist der GP nicht mehr aus der Bundesstadt wegzudenken, und er zieht die Massen in Scharen an. 32'425 Läufer haben sich für die diesjährige Ausgabe angemeldet. Zum sechsten Mal in Folge wurde damit die Marke von 30'000 geknackt, überdies handelt es sich um den zweithöchsten Wert in der Geschichte. «Der GP ist ein Event. Ich sehe das bei meinen Töchtern, für sie ist es klar, dass sie am Start stehen», sagt OK-Präsident Matthias Aebischer.

Die Beliebtheit des Anlasses hat auch das Interesse des Schweizer Fernsehens geweckt. Am Samstag um 19.30 Uhr wird SRF 2 erstmals eine rund halbstündige Teilaufzeichnung des Grand Prix zeigen. Es ist der einzige Volkslauf, der diese Plattform erhält. Lino Bugmann, Mediensprecher SRF Sport, spricht von einem Versuch, weil die Teilnehmerzahlen bei Volksläufen tendenziell steigend sind. Und weil in der Deutschschweiz kein ­Anlass mehr Läufer als der GP anzieht, fiel die Wahl des SRF auf ihn. Eine Auswertung der Zuschauerzahlen wird Aufschluss darüber geben, ob das Rennen über zehn Meilen auch künftig am TV gezeigt wird.

Altstadt-GP mit grossem Plus

Der Grand Prix von Bern ist ein Anlass für Jung und Alt, wie das gemischte Teilnehmerfeld zeigt. Wegen der grossen Nachfrage haben die Organisatoren heuer beispielsweise erstmals eine ­Alterskategorie Ü-80 eingeführt. 10 Frauen und 17 Männer werden am Start stehen, welche den 80. Geburtstag bereits gefeiert haben. Mindestens sechs von ihnen müssen ins Ziel kommen, damit ihr Resultat in der entsprechenden Kategorie gewertet wird. Bei den Kindern und Jugendlichen geniesst der Anlass ebenfalls einen grossen Stellenwert: 6793 werden den Bären-GP (1,6 km) laufen, das sind 126 mehr als im Vorjahr.

Der Klassiker über zehn Meilen hat seinen Zenit wohl erreicht.

Wer die Zahlen genauer analysiert, kommt zu einem weiteren Schluss: Der Klassiker über zehn Meilen hat seinen Zenit wohl erreicht. 15'031 Läufer haben sich dafür angemeldet, 153 weniger als 2018. Im Gegensatz dazu ist die Beliebtheit des 4,7 km langen Altstadt-GP ungebrochen, wie die Zunahme um 620 Teilnehmer zeigt. Rennleiter Mike Schild spricht diesbezüglich von einem Trend. «Und den erkennen wir auch bei anderen Läufen. Die breite Masse will es eher gemütlicher nehmen.»

Hält dieser Trend an, könnte es eng werden auf Berns Strassen. Als erste Massnahme gegen Staus haben die Organisatoren wieder mehr Startblöcke eingeführt. Zudem ist es denkbar, ab nächstem Jahr das Programm auszudehnen, indem entweder der Auftakt mit dem Bären-GP früher angesetzt wird oder die Läufer später auf die 10-Meilen-Strecke geschickt werden. Dass sie dereinst mit solchen Problemen zu kämpfen haben, hätten die GP-Pioniere 1982 nicht im Traum für möglich gehalten.

Berner Zeitung

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt