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Der Kämpfer und die Favoritin

Im Sprintfinal von Swiss Athletics in Langenthal trafen sich am Samstag die schnellsten Knaben und Mädchen der Schweiz. Im Jahrgang 2001 schafften es zwei Berner auf das Podest.

Während der angeschlagene Emir Besic sich durchbeisst, sprintet Gaëlle Maonzambi siegessicher als Erste ins Ziel.
Während der angeschlagene Emir Besic sich durchbeisst, sprintet Gaëlle Maonzambi siegessicher als Erste ins Ziel.
Iris Andermatt

Für die einen stellt Leichtathletik eine Abwechslung zum Schulalltag dar, für andere ist es eine Option für die Zukunft. Am letzten Samstag trafen sich die schnellsten Buben und Mädchen der Schweiz zum Sprintfinal in Langenthal im Waldstadion Hard. Qualifiziert haben sich die jungen Kurzstreckenläufer über mehrere Runden: So mussten sie sich zuerst auf kantonaler Ebene durchsetzen.

Aus Berner Sicht gab es in Langenthal einige erfreuliche Ergebnisse. Eine grosse Überraschung waren die drei ersten Plätze bei den Mädchen mit Jahrgang 2003: Martina Winterberger aus Meiringen, die Bielerin Naima Geiser sowie die Thunerin Stefania Minder machten die Siegerin unter sich aus.

Des Weiteren gab es im Jahrgang 2001 der Knaben und Mädchen je eine Berner Vertretung auf dem Podest. Emir Besic vom Stadtturnverein Bern (STB) holte sich in 9,79 Sekunden über 80 Meter trotz einer leichten Verletzung den dritten Rang, während Gaëlle Maonzambi, ebenfalls Mitglied des STB, ihrer Favoritenrolle gerecht wurde und ihr Rennen in 10,12 Sekunden gewann. Beide haben verschiedene Hobbys, die ihnen neben der Leichtathletik und der Schule Abwechslung bringen, darunter Musik bei Maonzambi und Kampfsport bei Besic.

Vorbild Justin Gatlin

Zur Leichtathletik gekommen ist Gaëlle durch ihren älteren Bruder Jonas Maonzambi, der ebenfalls Nachwuchsleichtathlet beim STB war. Zu Maonzambis Stärken gehören neben dem Sprint der Weitsprung und der Dreisprung. Bei den Leichtathletik-Schweizer-Meisterschaften in Riehen erreichte die Achtklässlerin in den drei genannten Disziplinen gar die Bestleistung im Wettkampf, um sich so ihren Schweizer Meistertitel zu verdienen. Insbesondere der Dreisprung gefällt ihr: «Darin bin ich am besten, und es ist einfach schön zum Zusehen.»

Trainiert wird dreimal in der Woche. Für das Sprintfinale in Langenthal habe sie sich aber zudem noch mental vorbereitet. «Ich habe mir im Kopf bereits vorgestellt, wie es sein wird», sagt Maonzambi. Die 14-Jährige wirkt sichtlich glücklich über den Sieg im Sprint. Und eifert in ihren Gedanken dem US-Sprinter Justin Gatlin nach. Ob sie eine Profikarriere anstreben will, lässt sie offen. «Entweder im Sport oder im Berufsleben finde ich bestimmt einen Platz», zeigt sich die Sekundarschülerin, welche nebenbei Fagott spielt, überzeugt.

Zuerst die Schule

Mit einem für sein Alter sehr muskulösen Körper geht Emir Besic zum Start der 14-jährigen Knaben. Woher die definierte Figur stammt, wird im Gespräch nach seinem Sprint auf den dritten Podestplatz schnell klar: Der Junge macht nebenbei MMA (Mixed Martial Arts), eine Vollkontakt-Kampfsportart mit nur geringen Regeleinschränkungen. Kämpfen musste er beim Sprint nicht bloss gegen seine Kontrahenten, sondern auch gegen Schmerzen in den Beinen.

Denn Besic hatte sich in den Sommerferien, als er zu hart trainierte, an den Waden und an der Achillessehne verletzt und musste deshalb zwei Monate pausieren. Erst vor kurzem nahm der Achtklässler die Vorbereitung für den Final wieder auf. «Wäre ich voll fit gewesen, hätte ich auch den ersten oder den zweiten Platz erreichen können», erklärte er. Besic legt einen gewissen Ehrgeiz an den Tag, Sport ist für ihn indes nicht die höchste Priorität. «In erster Linie kommt die Gesundheit, dann die Schule und zuletzt der Sport», hält der Berner fest.

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