Die Zeit der Mutter und der Kampf um den Anschluss

Die Laufbahn der Leichtathletin Nadja Zurlinden beginnt erst, Joel Burgunder gibt nicht auf.

Nadja Zurlinden war mit ihrer Zeit zufrieden.

Nadja Zurlinden war mit ihrer Zeit zufrieden.

(Bild: Christian Pfander)

Reto Pfister

Die Besetzung an einem Leichtathletikanlass wie dem Sommermeeting in Langenthal hängt immer auch von der Konstellation im internationalen Wettkampfkalender ab. So waren in diesem Jahr keine Schweizer Spitzenathleten am Start, weil am Wochenende die Team-EM in Polen auf dem Programm steht. Dafür traten einige Athleten aus Togo an, die sich in Frankreich auf die Afrikaspiele vorbereiten. Neben der überlegenen Kanadierin Farah Joseph traf Nadja Zurlinden (LV Langenthal) so an ihrem Heimmeeting über 100 m mit Prenam Pesse auf eine Afrikanerin, mit der sie sich um den zweiten Platz duellierte. Zurlinden sicherte sich diesen Rang und war mit der Zeit von 12,13 zufrieden. Später trat sie noch über 200 m, ihre beste Disziplin, an und gewann in 24,57.

Die lange Sprintdistanz liegt der gross gewachsenen Athletin besser, hier kann sie ihre Stärke auf der zweiten Streckenhälfte besser ausspielen. Für die U-20-Athletin Zurlinden liegt das Langenthaler Meeting jeweils zwischen den Saisonhöhepunkten auf der internationalen und der nationalen Ebene. Die EM in ihrer Altersklasse fand im Juli in Schweden statt, die Oberaargauerin verpasste den Final und belegte den 11. Platz.

«Erst war ich damit nicht zufrieden, später dann aber doch», sagt sie. An den nationalen U-20-Meisterschaften in dieser Saison will sie den Titel holen, und zeitmässig will die 18-Jährige endlich ihre Mutter Brigitte übertrumpfen, die die 200 m einst in 23,90 zurücklegte. Zurlindens Bestzeit liegt aktuell bei 23,99.

Gedanken an Rücktritt

Nadja Zurlinden steht am Anfang ihrer Karriere, Joel Burgunder hingegen befindet sich in der zweiten Hälfte seiner Laufbahn. 2017 lief er die 400 m in 46,00 und war bester Schweizer über diese Distanz, 2016 qualifizierte er sich an der EM für die Halbfinals. Von solchen Leistungen ist er derzeit weit entfernt. Der 28-jährige Oberaargauer, der für den LC Zürich startet, schleppte sich gestern auf den letzten 100 Metern ins Ziel und benötigte 49,71 Sekunden für die Bahnrunde.

Dennoch ist er zuversichtlich, dass er an seine früheren Leistungen anknüpfen kann. «In den letzten Wochen spürte ich das Feuer für das Laufen wieder, nachdem ich vorher sogar an einen Rücktritt gedacht hatte», spricht Burgunder die schwierige Zeit an, die er durchlebt hat.

Er trainiert nach wie vor in Zürich bei Flavio Zberg, holte sich zuletzt aber auch Inputs bei anderen Coaches und absolvierte viele Einheiten in der Limmatstadt mit dem Neuro-Athletiktrainer Luca Nussbaumer. «Ich habe noch zwei Rennen bis zur Schweizer Meisterschaft in Basel, um mich in Form zu bringen», zeigt sich Burgunder kämpferisch. Aufgeben will er noch nicht.

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