Von Thun nach Ungarn

Felix Eichenberger (LV Thun) war der erfolgreichste Athlet an den kantonalen Leichtathletik-Nachwuchsmeisterschaften in Thun. Der Saisonhöhepunkt steht mit der U-18-EM noch bevor.

Artistisch: Felix Eichenberger überquert die Latte.

Artistisch: Felix Eichenberger überquert die Latte.

(Bild: Patric Spahni)

Die U-18-EM im ungarischen ­Györ Anfang Juli war schon letztes Jahr das erklärte Saisonziel des 17-jährigen Felix Eichenberger. Die Selektionslimite von 4,55 m im Stabhochsprung hat er vor zehn Tagen beim Meeting in Emmenbrücke überquert. Damit rangiert er in der aktuellen Bestenliste der U-18 in der Schweiz klar an erster Stelle.

Bei der Kantonalmeisterschaft in Thun bestätigte er seine gute Form. Als seine Konkurrenten bereits ausgeschieden waren, stieg er bei 4,20 m in den Wettkampf, übersprang dann 4,40 m und liess sich die Latte auf die Höhe von 4,61 legen, was Kantonalrekord bedeutet hätte. Für seinen letzten Versuch stieg er auf einen härteren Stab um. Obwohl er knapp scheiterte, war es sein technisch bester Sprung.

Der Hürdenexploit

Einen zusätzlichen Motivationsschub hatte ihm kurz zuvor sein Sieg über die 110 m Hürden verliehen. Nicht der Gewinn der Goldmedaille war überraschend, sondern seine Zeit von 14,96. Der 1,80 m grosse und 66 kg leichte Athlet verbesserte sich gleich um 0,99 Sekunden.

«Die ersten beiden Hürden waren schlecht, danach kam ich gut in den Rhythmus», sagte er. Der Mehrkämpfer hat erkannt, wo er noch weiteres Potenzial besitzt. Im Diskuswerfen kam er bis auf 30 Zentimeter an seine Bestweite heran.

«Ich habe dort eher aus Spass teilgenommen», sagte der sympathische Athlet der LV Thun und schielte zu seinem Wurf- und Mehrkampftrainer Adrian Leichtnam hinüber. Eine weitere Goldmedaille gewann Eichenberger mit der 4×100-m-Staffel der LV Thun. Mit vier Siegen war er in Thun der erfolgreichste ­Athlet.

Trainings in Bern

Der ehemalige Läufer trainiert als Mehrkämpfer fünfmal in der Woche. Die zwei Mehrkampfeinheiten sowie das Krafttraining bestreitet er in seinem Stammverein LV Thun. Für den Stabhochsprung fährt er am Dienstag und Freitag nach Bern.

In der Gruppe von Stefan Müller in Bern trifft Eichenberger auf gleich starke Konkurrenz, die sich gegenseitig motiviert und zu besseren Höhen antreibt. Die LV Thun entschädigt hierfür den ST Bern mit einem kleinen Beitrag.

Am kommenden Wochenende will Eichenberger an der Mehrkampf-SM in Tenero aufzeigen, dass er die zehn Disziplinen beherrscht. Eine konkrete Zielsetzung ist dem Gymnasiasten erst auf mehrmaliges Nachhaken zu entlocken. «Ein Platz unter den ersten zehn wäre schön» gibt er sich zurückhaltend. Anfang Juli folgt dann der Saisonhöhepunkt mit der U-18-EM im ungarischen Györ.

«Ich habe noch gar nicht geschaut, wo Györ genau in Ungarn liegt und welche Währung ich mitnehmen muss», sagt er. In Ungarn wird mit Forint bezahlt, die Stadt liegt im Nordwesten des Landes. Hauptsache: den Spass und seine Unbekümmertheit vergisst er nicht mitzunehmen. Dass er ein Wettkampftyp ist, hat er nicht nur in Thun bewiesen.

EM-Limite für Ueltschi

Eine starke Leistung zeigte in Thun der einheimische Sprinter Dominik Ueltschi. In 11,06 unterbot er die Limite für die U-18-EM ebenfalls. In den Sprints werden jedoch am Abendmeeting in Thun am 20. Juni Trials ausge­tragen.

Berner Oberländer

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt