Lüthi stürzt und verliert an Boden

Aus der Traum von der Aufholjagd für Tom Lüthi in Brünn: Schon früh rutscht er ins Kiesbett. WM-Leader Alex Marquez baut seinen Vorsprung aus.

In dieser Rechtskurve stürzt Tom Lüthi und rutscht ins Kiesbett. (Video: SRF)

Ratlos verwirft er die Hände. Trottet geknickt den Streckenposten hinterher, sein Rennkombi ist ziemlich mitgenommen. Lehnt sich dann auf die Reifenstapel und kann es wohl kaum fassen: Kaum hatte der Tschechien-GP begonnen, lag sein Motorrad schon im Kiesbett. In einer Rechtskurve war es eingeknickt und davon gerutscht. Lüthi hämmerte mit der Faust gegen die Reifen: Aus der Traum von der grossen Aufholjagd.

Auch in Brünn war er nur von Rang 12 ins Rennen gestartet, wie schon zuletzt auf dem Sachsenring, als er sich im Rennen dann jedoch auf den fünften Platz vorkämpfte. Trotzdem: Solche Startpositionen sind wenig vorteilhaft im Kampf um den WM-Titel, denn sie zwingen Lüthi im Rennen dazu, grosse Risiken einzugehen – «sonst geht vorne ohne mich der Zug ab», hatte er schon vor dem Rennen geahnt.

Und so kam es dann prompt: Trotz ansprechendem Start kam Lüthi nicht auf Touren und steckte im Mittelfeldverkehr fest. Er rieb sich an Positionskämpfen um Rang 10 auf. Mit dem Ziel, endlich ein paar Plätze gut zu machen und sich der Spitzengruppe zu nähern, schien es der Emmentaler mit dem Tempo etwas übertrieben zu haben; das Unheil kam bereits in der 4. Runde. «Von der ersten Runde an hatte ich Probleme mit der Bremse», sagte der enttäuschte Lüthi nach dem Rennen gegenüber SRF.

Marquez souverän vorne weg

Ganz anders war einmal mehr die Ausgangslage für WM-Leader Alex Marquez – und ganz anders war am Ende seine Gemütslage: Auch in Brünn war der Katalane von der Pole gestartet, konnte so das Rennen von der Spitze aus kontrollieren und fuhr einen ungefährdeten Sieg ein – den fünften in den letzten sechs Rennen.

Der Spanier baute so seinen Vorsprung in der WM komfortabel aus, Lüthi behielt trotz Nuller immerhin den zweiten Gesamtrang – doch die Konkurrenz rückt näher. Der Abstand zu Marquez dagegen wuchs auf 33 Punkte an. «Das ist definitiv ein Rückschlag», befand Lüthi. In einer Woche steht im österreichischen Spielberg der nächste GP an.

Mit den Italienern Fabio Di Giannantonio und Enea Bastianini stürmten gleich zwei Moto2-Rookies erstmals aufs Podest. Der zweite Schweizer im Feld, Dominique Aegerter, konnte von Startrang 30 aus nichts ausrichten und wurde am Ende 21. In der Moto3 siegte der Spanier Aron Canet.

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