Aegerter holt ein Pünktli fürs Gemüt

Dominique Aegerter fährt im Moto 2 auf Rang 15. Mehr liegt nicht drin.

Ein guter Zähler angesichts der schwachen Ausgangslage: Aegerter gibt sich zufrieden.

Ein guter Zähler angesichts der schwachen Ausgangslage: Aegerter gibt sich zufrieden.

(Bild: Keystone)

Fabian Ruch

Dominique Aegerter fällt im Moto-2-Feld auf wie ein bunter Hund. Knallgelb ist sein neues Lederkombi, er sieht aus wie eine Stabilo-Figur, was die Sache in diesem Jahr erleichtert, Aegerter auf der Strecke zu identifizieren. Am TV ist der Berner am Sonntag zum Saisonstart kaum zu sehen, er startet nach einem enttäuschenden Qualifying nur von Position 21 aus, während des Rennens ist er im breiten Mittelfeld zu finden. Ohne Chance, die eigenen Ziele zu erreichen.

Eigentlich möchte Aegerter 2018 regelmässig in die Top-5 fahren. Nach den schwierigen Wintermonaten hätte er in Katar auch eine Top-10-Rangierung akzeptiert. Und nach den ungenügenden Trainingstagen hier muss Aegerter schliesslich mit Rang 15 zufrieden sein. «Es ist sicher nicht das, was wir wollen», sagt er enttäuscht, «aber mehr war heute nicht möglich für mich. Das war ein mühsames Wochenende.»

Wenn die Eindrücke nicht täuschen, warten auf Aegerter in den nächsten Monaten noch ein paar mühsame Wochenenden. «Am Limit» sei er gefahren, sagt der 27-Jährige, «und immerhin habe ich einen Punkt gewonnen.» Es sei ein guter Zähler angesichts der schwachen Ausgangslage. «Wenn ich nicht weiter vorne starten kann, wird es schwierig, bessere Resultate zu erzielen.»

Nicht total unzufrieden

Es spricht für Aegerters Renninstinkte, hat er sich gleich um sechs Plätze nach vorne gearbeitet. «Es war eng, ich hätte vielleicht noch zwei, drei Ränge mehr gutmachen können», sagt er, «aber leider kam ich an den anderen nicht mehr vorbei.» Ein grosser Kampf sei es gewesen, und Aegerter ist erfahren genug, um in seiner Analyse die positiven Aspekte herauszustreichen. «Wir haben Kilometer machen und wertvolle Daten sammeln können.»

Man hat in Katar jeden Tag gespürt, wie schwer sich Aegerter tut. Er fuhr bereits in den Tests hinterher, hier wurde es nicht unbedingt besser, die ungenügenden Resultate sorgen für Frust. Noch ist Aegerter weit davon entfernt, seine Erwartungen zu erfüllen. «Es ist, wie es ist», sagt er einmal. «Und ich weiss ja, dass ich schneller fahren kann.»

Vorerst muss sich der Kiefer-Fahrer damit abfinden, weit von der Spitze mit dem gestrigen Sieger Francesco Bagnaia entfernt zu sein. «Ich habe eine halbe Minute verloren», sagt Aegerter, «das ist sehr viel. Und das muss sich ändern.» Dennoch reist er nicht total unzufrieden aus Katar ab. Dank des Punktgewinns. Und vor allem im Wissen, nach sehr komplizierten Zeiten auf dem beschwerlichen Weg nach oben (minimale) Fortschritte realisiert zu haben.

Vor wenigen Wochen stand seine Karriere auf der Kippe, nun darf er immerhin wieder über Rundenzeiten und Fahrverhalten Auskunft geben und nicht mehr über Crowdfunding-Projekte und Finanzierungsschwierigkeiten. Und sein gelbes Outfit gefällt Aegerter auch. «Es ist ein Hingucker», sagt er.

Berner Zeitung

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