Hamilton fordert «mehr Respekt» für Vettel

Ausgerechnet der grösste Rivale nimmt Sebastian Vettel in Schutz. Lewis Hamilton findet die Kritik am Ferrari-Piloten übertrieben.

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Nach dem GP von Japan musste Sebastian Vettel unten durch. Der Deutsche war am Sonntag in seinem Ferrari bei einem Überholversuch mit Red-Bull-Pilot Max Verstappen kollidiert und danach an das Ende des Fahrerfeldes zurückgefallen. Der 31-Jährige gab dem Holländer die Schuld am Crash. «Er hat mich gesehen und seine Linie verteidigt, aber innen war Platz. Doch dann hat er mir keinen Platz gelassen», sagte Vettel nach dem Rennen. Verstappen habe damit aber nicht nur sich selbst, sondern auch ihm geschadet.

Mit seinem Manöver gab Vettel die gute Ausgangslage im Kampf um den Weltmeister-Titel aus der Hand. Er belegte am Ende nur Rang 6 und seine Chancen auf den Gesamtsieg sind nur noch gering. Denn Lewis Hamilton sicherte sich in Suzuka den Sieg. Nun liegt der Titelverteidiger von Mercedes vier Rennen vor dem Saisonende 67 Punkte vor dem Deutschen. Die Medien fuhren mit dem vierfachen Weltmeister (2010 bis 2013), der 2015 von Red Bull zum italienischen Rennstall gewechselt hatte, hart ins Gericht. Der «Corriere dello Sport» schrieb sogar von einer «Existenzkrise».

«Werden immer Fehler machen»

Die mediale Kritik an Vettel ging auch nicht an Hamilton vorbei. Im Gegenteil: Auf dem eigenen Instagram-Account verteidigt der Brite seinen ärgsten Konkurrenten. «Die Medien müssen mehr Respekt für Sebastian zeigen. Ihr könnt euch einfach nicht vorstellen, wie hart es ist, das zu tun, was wir auf diesem Niveau machen. Für jeden Athleten, der sich an der Spitze seiner Sportart bewegt», schreibt der 33-Jährige. «Als Menschen werden wir immer Fehler machen, aber wie wir damit umgehen, das zählt», gibt Hamilton weiter zu bedenken.

Der Mercedes-Pilot kann am 21. Oktober beim GP in den USA seinen fünften WM-Titel (nach 2008, 2014, 2015 und 2017) einfahren, sofern er das Rennen gewinnt und Vettel nicht über Rang 3 hinaus kommt. Der Deutsche kann allerdings mit vier Siegen immer noch 100 WM-Punkte holen und so Hamilton rein theoretisch den Triumph streitig machen. Deshalb mahnt der einst jüngste Weltmeister (2008), der 2010 als solcher von Vettel im Red-Bull-Boliden abgelöst wurde, vor dem Renn-Wochenende in Austin: «Wir müssen bis zur letzten Runde so weitermachen wie bisher. Mir ist aus früheren Erlebnissen auch klar, dass noch viel passieren kann.» Hamilton erinnert sich nicht gerne ans Jahr 2016 zurück, als ihm beim GP von Malaysia in Sepang der Motor in Führung liegend hochging, wovon dann Nico Rosberg im Kampf um die WM-Punkte profitierte.

ddu

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