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Rennjahr 2008: Fahrer nicht perfekt, Teams nicht fehlerfrei

Die letzten Runden des Saisonfinales in São Paulo waren bezeichnend für das ganze Rennjahr 2008 der Formel 1. Bis zum letzten Kilometer wusste man nicht, wie man dran war.

Punkto Weltmeisterschaft war alles möglich. Die Formel 1 als Wundertüte, welche die Fans bis zur letzten Kurve verzauberte. In der abwechslungsreichen 59. WM-Saison gab es denn auch sieben verschiedene Grand-Prix-Sieger aus fünf Teams. Neben dem neuen Champion Lewis Hamilton (5 Siege) setzten dessen grösster Rivale Felipe Massa (6), Kimi Räikkönen (2), Fernando Alonso (2), Heikki Kovalainen (1), Robert Kubica (1) und Sebastian Vettel (1) die Glanzlichter bei den 18 Saisonrennen.

Diese Vielfalt der Typen erklärt auch die Vielfalt der Vorkommnisse und Ergebnisse in diesem turbulenten Jahr. Oder anders formuliert: Die Vollkommenheit dieser Saison lag in der Unvollkommenheit ihrer Protagonisten. Denn es fehlte der dominierende, rundum perfekte Fahrer, wie es zuletzt Michael Schumacher (von 2000 bis 2004), Fernando Alonso (2005 und 2006), Mika Häkkinen (1998 und 1999) sowie früher Alain Prost und Ayrton Senna waren.

In der abgelaufenen Saison gab es nur Phasen, wo jeweils ein Pilot dominierte. Die aktuelle Fahrergeneration lebt und fährt eher in den Tag hinein, was zweifellos zu einem hohen Unterhaltungswert führt - wie gestern Sonntag in São Paulo. Was aber frühere Weltmeister auszeichnete, den Überblick sowie Toleranz und Konstanz auf hohem Niveau, vermisst man bei Hamilton. Er war letztlich der Erfolgreichste, weil er am häufigsten die beste Mischung schaffte - aus Konzentration und Improvisation.

BMW-Sauber: Der Rückstand ist grösser

BMW-Sauber gelang dies nur zu Hälfte. «Wir wollen nicht als Nummer 3 angesehen werden, sondern als eines der Top-3-Teams», sagte Teamchef Mario Theissen. Vom Punktestand her schaffte er das mit seinem Team einigermassen. Doch seine Equipe profitierte zu sehr davon, dass es - wie bei den Fahrern - auch bei den Teams keines gab, das über die ganze Saison dominierte. BMW-Sauber konnte oft punkten und einmal siegen, nur weil McLaren und Ferrari patzten. Deshalb ist der Rückstand auf die Topteams viel grösser, als es der Punktestand zeigt.

Die begeisternden Resultate der Anfangsphase und der Elan der ersten neun Saisonrennen verpufften jedoch in der zweiten Saisonhälfte, weil Neuerungen am Auto real nicht das hielten, was sie virtuell versprochen hatten. Den Tiefpunkt erlebte BMW-Sauber im gestrigen letzten Rennen, der ersten Nullnummer der Saison: Rang 10 für Nick Heidfeld, Rang 11 für Robert Kubica, der in der Fahrerwertung noch Platz 3 verlor.

Im nächsten Jahr will BMW-Sauber um den Titel mitfahren - aus eigener Kraft, so die Zielsetzung. Gelingt das nicht, bleibt erneut nur die Hoffnung auf eine grosse Vielfalt an Siegern und Vorkommnissen.

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