Sauber fast in Top 10 – und die nächste Farce

Für den Schweizer Rennstall springen im Qualifying von Melbourne die Ränge 11 und 16 heraus. McLaren erlebt ein Debakel, ein anderes Team startet erst gar nicht.

Platz 11 als Motivation: Felipe Nasr zeigt, dass im neuen Sauber-Boliden mehr Potenzial steckt als im Vorjahresauto.

Platz 11 als Motivation: Felipe Nasr zeigt, dass im neuen Sauber-Boliden mehr Potenzial steckt als im Vorjahresauto.

(Bild: Keystone)

Nach der aussergerichtlichen Einigung mit Giedo van der Garde begann der Tag für Sauber aus sportlicher Sicht unerfreulich: Den Schweden Marcus Ericsson erwischte es schon im ersten Teil des Qualifyings zum GP von Australien. Er belegte unter 18 Fahrern lediglich Platz 16. Sauber konnte so nur mit Felipe Nasr in die zweite Phase der Zeitenjagd gehen. Neben Ericsson scheiterten Jenson Button und Kevin Magnussen, die beiden McLaren-Piloten, bei erster Gelegenheit. McLaren hat mit dem neuen Motorenpartner Honda noch viel Arbeit vor sich.

Der Brasilianer Nasr, in Q1 gerade einmal Fünfzehnter, verpasste anschliessend den Sprung ins Qualifying-Finale der besten zehn nur um acht Hundertstel. Er wird den ersten GP der Saison von Position 11 aus in Angriff nehmen. Seine Platzierung bestätigt die Einschätzungen von Experten, die Sauber eine deutlich verbesserte Performance gegenüber dem Vorjahr attestieren. 2014 war das Hinwiler Team ohne WM-Zähler geblieben.

«Wir können uns als Team sehr darüber freuen, dass wir es beinahe ins Q3 geschafft haben. Nach dem wir am Freitag das erste freie Training verpasst hatten, konnten wir nicht wie geplant an der Performance des Autos arbeiten», sagte Nasr. «Insgesamt bin ich zufrieden mit dem Ergebnis und freue mich jetzt auf das Rennen. Morgen bestreite ich meinen ersten Formel-1-Grand-Prix. Das wird ein wichtiger Tag, an dem wir in die Punkte fahren wollen.»

Die Pole sicherte sich Weltmeister Lewis Hamilton. Er verwies seinen Mercedes-Stallgefährten Nico Rosberg, Felipe Massa (Williams), Sebastian Vettel und Kimi Räikkönen (beide Ferrari) auf die folgenden Plätze. Gegen Mercedes dürfte wohl wieder kein Kraut gewachsen sein. Hamilton war 0,594 Sekunden schneller als Rosberg und nahm Massa fast acht weitere Zehntel ab.

Unterdessen sorgte ein weiteres Team in Melbourne für Negativschlagzeilen. Die Verantwortlichen von Manor-Marussia teilten mit, die beiden Piloten Roberto Merhi und Will Stevens nicht ins Qualifying zu schicken. Wenig später machte der als sportlich nicht konkurrenzfähig geltende Rennstall einen Rückzieher und erklärte, es werde alles unternommen um den Start doch noch möglich zu machen.

Daraus wurde jedoch nichts: Merhi und Stevens blieben mit ihren Autos in der Boxengasse. Auch in Malaysia könnte es laut Manor Marussia noch Probleme geben, spätestens ab China geht das Team aber davon aus, wieder Rennen bestreiten zu können. Neben fehlenden Testkilometern bremst die fehlende Software für das Auto in der obligatorischen Version 2015 das finanzschwache Team aus.

Melbourne. Grand Prix von Australien. Startaufstellung: 1 Lewis Hamilton (Gb), Mercedes. 2 Nico Rosberg (De), Mercedes. 3 Felipe Massa (Br), Williams. 4 Sebastian Vettel (De), Ferrari. 5 Kimi Räikkönen (Fi), Ferrari. 6 Valtteri Bottas (Fi), Williams. 7 Daniel Ricciardo (Au), Red Bull. 8 Carlos Sainz (Sp), Toro Rosso. 9 Romain Grosjean (Fr), Lotus. 10 Pastor Maldonado (Ven), Lotus. - Nach dem zweiten Teil des Qualifyings ausgeschieden: 11 Felipe Nasr (Br), Sauber. 12 Max Verstappen (Ho), Toro Rosso. 13 Daniil Kwjat (Russ), Red Bull. 14 Nico Hülkenberg (De), Force India. 15 Sergio Pérez (Mex), Force India. - Nach dem ersten Teil des Qualifyings ausgeschieden: 16 Marcus Ericsson (Sd), Sauber. 17 Jenson Button (Gb), McLaren. 18 Kevin Magnussen (Dä), McLaren. - 18 Fahrer im Training.

ak

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