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Schlechte Verlierer mit seltsamen Ideen

Jahrelang fuhr Red Bull die Formel-1-Konkurrenz in Grund und Boden. Nun hat der Wind gedreht, und das ehemalige Weltmeister-Team schreit nach Massnahmen gegen die neuen Dominatoren von Mercedes.

Da hilft alles Schrauben nicht: Red Bull hat auch in diesem Jahr kein Weltmeister-Auto.
Da hilft alles Schrauben nicht: Red Bull hat auch in diesem Jahr kein Weltmeister-Auto.
Reuters

Die Formel-1-WM dürfte auch in diesem Jahr ein Zweikampf der beiden Mercedes-Piloten Lewis Hamilton und Nico Rosberg sein. Das schmeckt besonders Red Bull ganz und gar nicht. Helmut Marko, der Berater der österreichisch-britischen Equipe, erklärte, die Mercedes-Dominanz schade der Königsklasse des Motorsports, und forderte Änderungen im Motorenreglement.

«Wir brauchen wieder attraktives Racing und keine Formel, in der sich die Ingenieure mit Unsummen von Geld ihre eigene Welt schaffen», so Marko im Magazin «Sport Bild». Neben dem eigenen Motorenpartner Renault, der im Vergleich zu 2014 sogar noch Rückschritte gemacht habe, hat Red Bull in Gestalt von Mercedes also ein zweites Feindbild gefunden.

Natürlich macht es die Formel 1 nicht attraktiver, dass sich Mercedes seit der Einführung der V6-Turbomotoren mit Hybridunterstützung in einer eigenen Liga befindet, die Klagen aus dem Hause Red Bull kommen aber trotzdem schlecht an. Max Mosley, ehemaliger Präsident des Automobil-Weltverbands FIA und einer der profiliertesten Kämpfer für eine Kostenreduktion im Rennsport, betonte gegenüber der Londoner «Times»: «Dominanz liegt in der Natur des Sports – seit der Mitte der Fünfzigerjahre, als Mercedes die Szenerie bestimmte.» Red Bull und andere unzufriedene Teams könnten nicht einfach die Regeln über den Haufen werfen. «Sie haben unterschrieben, jetzt müssen sie damit leben», so Mosley weiter.

Die FIA könnte mithilfe eines Sonderparagrafen eine Niveauangleichung unter den Rennställen veranlassen. Für Weltmeister Hamilton wäre dies jedoch ein unfairer Eingriff in die WM. «Wir arbeiten alle unter dem gleichen Reglement, und es handelt sich um einen Wettbewerb, wer das am besten hinkriegt», erklärte der Brite. Vor ein paar Jahren habe Red Bull die beste Arbeit geleistet und davon profitiert, nun sei eben Mercedes an der Reihe.

Hamiltons Teamkollege Rosberg sagte, er finde den Wunsch nach einer Einbremsung von Mercedes völlig unangebracht: «Ich bin von Anfang an bei Mercedes dabei und habe nur Dominanz von anderen erlebt. Teilweise habe ich relativ harte Zeiten durchgemacht, wo einfach nichts ging. Ich finde es unglaublich, dass solche Forderungen kommen, dass man irgendwas egalisieren muss – besonders jetzt nach einem Rennen.» Die jüngsten Erfolge seien der verdiente Lohn für die vorherige Durststrecke. Bis 2012 hatte Mercedes mit grossen Problemen zu kämpfen.

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