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Murray schlägt Verdasco - Masters-Regelwerk ein Witz

An den World Tour Finals in London gewann Andy Murray gegen Fernando Verdasco in drei Stunden 6:4, 6:7 (4:7), 7:6 (7:3) - und degradiert das Masters zu einem schlechten Witz.

Denn vor dem Abendspiel zwischen Roger Federer (Sz/1) und Juan Martin Del Potro (Arg/5) lautet die Ausgangslage nun wie folgt: Wenn Federer in zwei Sätzen verliert, steht er in den Halbfinals. Wenn er aber in drei Sätzen verliert, müssen zwischen Andy Murray, Del Potro und Federer die Games entscheiden. Im Klartext: Wenn Federer sicher sein will, die Runde der letzten Vier zu erreichen, dann darf er keinen Satz gewinnen.

Und warum das? Wenn Federer in zwei Sätzen verliert, weist Del Potro vom Trio mit zwei Siegen das beste Satzverhältnis auf (5:3 gegenüber 5:4 von Murray und 4:4 von Federer). Del Potro qualifiziert sich dadurch für die Halbfinals, und zwischen Federer und Murray entscheidet die direkte Begegnung, die der Schweizer gewonnen hat. Verliert Federer hingegen in drei Sätzen, sind Federer, Murray und Del Potro sowohl nach Siegen (je 2) wie nach Sätzen (je 5:4) gleich. In dem Fall würde sich der Beste nach Games für die Halbfinals qualifizieren, während zwischen den anderen beiden erneut die direkte Begegnung zählen würde.

Das Reglement, das derartige Kuriositäten zulässt, ist für ein Turnier mit über 5 Millionen Dollar Preisgeld unwürdig. Die Vertreter der Association of Tennis Professionals (ATP) hoffen nun, dass 120'000 Dollar Preisgeld für einen Sieg über Del Potro plus zusätzliche 200 Weltranglistenpunkte für Federer Anreiz genug sind, nicht die sichere Variante (= Niederlage in zwei Sätzen) zu wählen.

Zum sportlichen Geschehen: Andy Murray verdiente sich den Sieg über Verdasco. Hätte er mehr als einen seiner 13 Breakbälle genützt, hätte sein Erfolg früher feststehen können. Die Partie war die bislang längste des Turniers.

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