«Andy hat bis zuletzt die YB-Spiele mitverfolgt»

Sacha Wigdorovits war enger Freund und Berater von Andy Rihs. Er erinnert sich an den verstorbenen Sportfan und Unternehmer.

Ein Grosser des Schweizer Sports und der Schweizer Wirtschaft ist nicht mehr: Andy Rihs starb am Mittwochabend 75-jährig.
Matthias Chapman@matthiaschapman

«Das Schlimmste war für mich, ihn in den letzten Tagen leiden zu sehen. Er tat es tapfer und ohne zu klagen», sagt Freund Sacha Wigdorovits im Gespräch mit thunertagblatt.ch/Newsnetz zum Tod von Andy Rihs. Der PR-Berater arbeitete seit 2006 für den Zürcher Wirtschaftsmann und Sportfan.

Dass die Berner Young Boys nun nach langer Durststrecke wieder Richtung Meistertitel steuern, das bekam Rihs trotz schwerer Krankheit noch mit, wie Wigdorovits erklärt: «Ja, er hat bis zuletzt die Spiele von YB am Fernsehen mitverfolgt. YBs Kampf um den Meistertitel hat ihm Kraft gegeben.»

Ursprünglich sei Rihs ja gar kein Fussballfan gewesen, erinnert sich sein Berater. «Aber YB bedeutete ihm viel und er litt und freute sich mit dem Club.» Zum Stadtberner Fussball kam Rihs im Jahr 2000 aus sportlichen und geschäftlichen Motiven, die nicht nur mit dem Club, sondern auch mit dem Stadion zusammenhingen.

Bereits vor dem Fussball engagierte sich der Zürcher nach der Jahrtausendwende im Profisport. Er baute zweimal ein Radrennteam auf. In den besten Jahren reichte es nach ganz vorne. Was bewog Rihs zum Einstieg in den Velo-Sport? Wigdorovits: «Er wurde selber, in damals nicht mehr ganz jugendlichem Alter, ein begeisterter Gümmeler und der Radsport entsprach seinem Charakter, Team- und Einzelleistung zählen.»

War Freund und Berater von Andy Rihs: Sacha Wigdorovits (Keystone, 2017).

Von der Spitze des Radsports zog sich Rihs später nach Doppingaffären zurück. «Es war für ihn ganz bitter und wohl einer jener wenigen Momente, in denen er am Guten im Menschen zweifelte», sagt Wigdorovits. Der PR-Berater und Rihs selber waren als Freunde regelmässig in einer Velogruppe unterwegs.

Mit Rihs verliere die Schweiz einen «Vollblutunternehmer», einen, der «trotz seiner vielen grossen Erfolge bescheiden blieb», so sein Freund. «Er war ein zäher Kämpfer, der immer wieder aufstand und nie aufgab. Auch nicht bei seinem letzten und grössten Kampf, den er nicht gewinnen konnte.»

Andy Rihs starb am Mittwochabend mit 75 Jahren nach einer schweren Krankheit.


Bildstrecke: Ein Leben für die Firma und den Sport

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thunertagblatt.ch/Newsnetz

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