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Die tödliche Mixtur am Mont Ventoux

Die Tour de France hat viele Geschichten geschrieben. Tagesanzeiger.ch/Newsnet blickt vor jeder Etappe der 100. Austragung zurück. Heute: Der Tod von Tom Simpson.

Als Kind durfte ich immer zu den Grosseltern in die Sommerferien, in die alte Villa Paradis in La Tour-de-Peilz VD. Es waren herrliche, unbeschwerte Tage ganz in der Nähe des Lac Léman. Weil meine Grosseltern einen alten Schwarzweiss-TV-Apparat hatten, flimmerten zu meiner grossen Freude auch Bilder von der Tour de France ins vornehme Wohnzimmer.

Wir schreiben den 13. Juli 1967. Unsere Familie sitzt im Salon am Tisch und isst zu Abend. Eigentlich sollte das TV-Gerät ruhen, doch plötzlich schauen wir alle gebannt auf das Pantoffelkino. Ein Mann pedalt auf einem Rad einen Berg hinauf. Er schwankt, fährt von der einen Strassenseite auf die andere. Er stürzt ein erstes Mal und wird wieder auf den Sattel gehoben. Zuschauer stossen den Radfahrer, schreien ihn an, muntern ihn auf. Doch als sie ihn loslassen, stürzt er wieder ins Geröll auf der rechten Strassenseite. Er bleibt liegen, offensichtlich bewusstlos. Zuschauer wollen helfen, bemühen sich um den am Boden liegenden Menschen. Kurz darauf erfahren wir, dass der Sportler gestorben ist. Als achtjähriger Knirps ist mir noch nicht ganz bewusst, was eigentlich mit dem Velofahrer passiert ist. Erst ein paar Jahre später kapierte ich eigentlich, was vorgefallen war.

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