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Aus dem Tief – dank Vertrauen in sich selbst

Lyss schnuppert wieder an einer Playoff-Teilnahme, mit Bruno Blatter in einer wichtigen Rolle.

Bruno Blatter (Mitte) ist einer der Lysser Führungsspieler.
Bruno Blatter (Mitte) ist einer der Lysser Führungsspieler.
Iris Andermatt

Der SC Lyss schien Gefahr zu laufen, am Tabellenende der MSL distanziert zu werden. Was für die Seeländer hätte dazu führen können, dass sie sich als Aufsteiger gleich wieder intensiv mit einer Rückkehr in die 1. Liga hätten beschäftigen müssen. Jetzt aber schwimmt Lyss auf einer Erfolgswelle, das 3:1 gegen Seewen war der vierte Sieg in Serie.

Der Rückstand auf Platz 8 beträgt nur noch drei Punkte; das Playoff ist wieder in Reichweite. Topskorer Bruno Blatter spielte diesmal mit einem Assist eine weniger grosse Rolle als beim 4:2-Sieg in Thun eine Woche zuvor, als der Routinier alle vier Tore für die Seeländer erzielte. Der 33-Jährige ist einer der Führungsspieler in einer Mannschaft, die nach einem guten Start im Spätherbst in ein grosses Tief geriet.

«Das Vertrauen des Trainers und der Clubführung in uns war stets da», schildert Blatter die Entwicklung in letzter Zeit. «Es ging darum, dass wir wieder das Vertrauen ins uns selber finden würden.» In der Mannschaft wurden viele Gespräche geführt, man traf sich mehrmals auch ausserhalb der Eishalle zu Teamanlässen.

Diese Massnahmen fruchteten offenbar, Lyss ist wieder erfolgreich, auch in Spielen, in denen es nicht brilliert. Die Partie gegen Seewen bewegte sich nicht auf spielerisch hohem Niveau; man hatte aber jederzeit das Gefühl, dass die Gastgeber das Geschehen unter Kontrolle hatten. «Wir hatten erwartet, dass es ein vor allem taktisch geprägtes Spiel wird», sagte Blatter.

«Seewen erhält wenig Gegentore. Ich bin zufrieden, es war eine gute Leistung von uns.» Glimpflich verlief ein Zusammenstoss von Quentin Delémont mit Seewens Verteidiger Maurus Michel. Der Innerschweizer wurde mit der Bahre vom Eis getragen. Nach Spielende konnte aber bereits weitgehend Entwarnung gegeben werden; Michel verlor einen Schneidezahn und erlitt eine leichte Gehirnerschütterung.

Spiel für Spiel nehmen

Hinter den Kulissen wurde in letzter Zeit daran gearbeitet, die Equipe weiter zu verstärken. Letzte Woche stiess Verteidiger Sébastien Colomb (20) zum Team von Trainer Serge Meyer. Der Lausanner sollte die Saison bei den Ticino Rockets in der Swiss League bestreiten; im Herbst 2019 konnte er aber verletzungsbedingt nicht auflaufen. Zudem könnte auch der ehemalige Profi Joël Fröhlicher (37) zu Einsätzen kommen, falls zu wenige Verteidiger zur Verfügung stehen. Fröhlicher, zuletzt beim Ligakonkurrenten Basel aktiv, trainiert mit dem Team.

Blatter will sich noch nicht mit der Möglichkeit beschäftigen, ins Playoff einzuziehen. «Wir nehmen Spiel für Spiel. Es bringt nichts, wenn wir jetzt das Playoff als Ziel ausgeben und uns so selbst unter Druck setzen.» Eine Teilnahme könnte einen letzten Karrierehöhepunkt für den Angreifer darstellen.

Der 33-Jährige ist zweifacher Familienvater; das dritte Kind ist unterwegs. Für die Familie hat er auch das Pensum als Projektleiter in einem Architekturbüro auf 80 Prozent reduziert. «Stand jetzt lautet die Antwort eher nein», auf die Frage, ob er in der nächsten Saison noch aktiv sein werde. Umso mehr will er diese Saison noch gut abschliessen.

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