Bis der Abwehrriegel bröckelt

Breitenrain hat das Derby gegen Münsingen in der Promotion League dank eines Kraftakts in den letzten 10 Minuten 3:1 gewonnen.

Spätes Glück: Breitenrains Mirson Volina gelingt gegen Münsingen das 2:1 in der Nachspielzeit.

Spätes Glück: Breitenrains Mirson Volina gelingt gegen Münsingen das 2:1 in der Nachspielzeit.

(Bild: Andreas Blatter)

Adrian Lüpold

Ausgerechnet der kleinste Spieler lancierte das Derby zwischen Breitenrain und Münsingen zum Auftakt der Promotion League mit einem kunstvollen Kopfball so richtig. In der 39. Minute schraubte sich Angreifer Luca Lavorato mit seinen wehenden Haaren am zweiten Pfosten in die Höhe wie ein Hochspringer. Nur 170 Zentimeter gross, übersprang der Münsinger Wirbelwind dank seiner Sprungkraft und Explosivität die grösser gewachsenen gegnerischen Defensivakteure und nickte nach einer Massflanke von der rechten Seite zur 1:0-Führung für den Gast ein. Der Treffer fiel überraschend und entgegen dem Spielverlauf, denn Breitenrain hatte bis zu diesem Zeitpunkt den Taktstock im Derby geschwungen, ohne allerdings eine der vielen Chancen in einen Treffer umzumünzen.

Hartnäckig hier, müde dort

Doch Breitenrain agierte in der zweiten Halbzeit clever und verlor den eigenen Matchplan nie aus den Augen. Die Mannschaft von Trainer Martin Lengen übte sich in Geduld, produzierte zwar Angriff um Angriff, ohne dabei aber die eigene Defensive zu arg zu entblössen und die konterstarken Münsinger fahrlässig zu einem weiteren Treffer einzuladen. Breitenrain spielte den Gegner aus dem Aaretal mit seiner Hartnäckigkeit und Tempofestigkeit regelrecht mürbe. Und als FCB-Coach Martin Lengen im Verlauf der letzten 20 Minuten mit dem gebürtigen Brasilianer Neto, dem 41-jährigen Urgestein und Evergreen Raphael Kehrli sowie Ex-Thun-Profi Mirson Volina zusätzliche Impulse für die Offensive brachte, bröckelte der Abwehrriegel der nun sehr müde wirkenden Münsinger.

Dem auffälligen Marko Dangubic gelang per Penalty der 1:1-Ausgleich (82.). Es war der Startschuss für eine fulminante Schlussphase, in der Breitenrain den Sieg a tout prix wollte und letztlich ganz spät bewerkstelligte. In der 92. Minute lenkte Einwechselspieler Volina den Ball nach einer Hereingabe in den Fünfmeterraum mit der Sohle spektakulär zum 2:1 ab. Und mit dem letzten Angriff (94.) gelang dem Ex-Münsinger Max Dreier, einer der auffälligsten und laufstärksten Akteure, sogar das 3:1 ins verwaiste Tor, weil Torhüter Patrick Karrer nach einem Corner für Münsingen noch in der gegnerischen Platzhälfte unterwegs war.

«Der Sieg gelang dank unseren tollen Teamgeists», erklärte Breitenrains neuer Stürmer Dangubic, der schon bestens ins Spiel integriert ist. «Wir glaubten daran, noch gewinnen zu können. Es spricht fürs Team, das die Spieler von der Bank massgeblich an der Wende beteiligt waren», meinte Dangubic. «Gegen Ende des Spiels hat uns leider etwas die Kraft gefehlt», sagte derweil Münsingens Captain Patric Gasser. In der Tat sorgten die frischeren Beine der FCB-Akteure für den späten Derbysieg.

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