Der FC Biel will es wissen

In der 1. Liga hat der FC Biel beim 3:0 in Langenthal seine Ambitionen gezeigt.

Captain und Integrationsfigur: Biel Labinot Sheholli (rechts).

Captain und Integrationsfigur: Biel Labinot Sheholli (rechts).

(Bild: Marcel Bieri)

Adrian Lüpold

Im Seeland hegt man ambitionierte Pläne. «Biel gehört in die Challenge League. Das ist das Ziel, aber dafür braucht es Geld», sagte Präsident Dietmar Faes unlängst gegenüber dem «Bieler Tagblatt». Deshalb prüfte er Anfragen von Investoren aus dem In- und Ausland. Für Wirbel sorgte ein Übernahmeangebot der «Wochenzeitung» (WOZ), die vorhatte, den Club basisdemokratisch zu führen und mit Einheitslöhnen auszustatten. Obschon der WOZ letztlich abgesagt wurde, zeigt sich: Der Club in der zweisprachigen Stadt ist mit seiner Infrastruktur auch vier Jahre nach dem Zwangsabstieg in die 2. Liga regio eine attraktive Adresse.

«Es macht Spass, bei einem ambitionierten Club zu spielen, der Ziele und Visionen hat», erklärt Captain Labinot Sheholli, der 2008 für die Seeländer debütierte. 2016 kehrte er nach Stationen in Aarau, bei Köniz und bei Breitenrain zum FCB zurück und führte ihn zu zwei Aufstiegen 2017 und 2018. «Wir möchten die Aufstiegsspiele in der 1. Liga erreichen», sagt Sheholli. Dass dies in einer Gruppe mit ebenfalls ambitionierten Clubs wie Solothurn, Baden oder Delsberg kein Selbstläufer wird, ist sich der 31-Jährige bewusst: «Es wird ein steiniger Weg, den wir konsequent gehen werden.»

Toller Auftritt in Langenthal

Im Derby beim zuletzt formstarken FC Langenthal untermauerten die Bieler ihre Ansprüche. Sie dominierten von A bis Z und zeigten beim 3:0-Sieg, der bei konsequenter Verwertung der Chancen auch viel höher hätte ausfallen können, weshalb sie als Topfavorit gelten. Dabei waren die beiden ersten Tore eine wahre Augenweide. Beim 1:0 zirkelte Christian Mourelle den Ball per Freistoss in den Winkel (25.), und an der Basis des Kopfballtors zum 2:0 durch Sylvain Mora (55.) stand eine stupende Ballstafette über zahlreiche Stationen.

Das Team von Coach Anthony Sirufo ist klug zusammengestellt. In der Abwehr sorgen schnelle und physisch robuste Akteure für Stabilität. Im Mittelfeld führt der ehemalige U-20-Nationalspieler Sheholli, der das 3:0 schoss (80.), glänzend Regie. Und im Angriff verfügen die Seeländer Stürmer über extrem schnelle Beine. Mit diesem FC Biel ist definitiv schon in dieser Saison zu rechnen.

Bahlouli ohne Wirkung

Dem FC Langenthal wurden nach zuletzt guten Leistungen in diesem Derby die Grenzen klar aufgezeigt. In der Abwehr waren die Oberaargauer gegen die Seeländer teilweise überfordert und mussten den Gästen zu viele Tor­möglichkeiten zugestehen. «Jetzt geht endlich richtig in die Zweikämpfe», raunte Torhüter Sascha Studer seinen Mitspielern zu, nachdem im zweiten Spielabschnitt gleich mehrere Male diverse Seeländer frei zum Abschluss gekommen waren.

Und auch im Spiel nach vorn passte aus Sicht des FCL nur sehr wenig zusammen. Den ersten Torschuss gaben die Langenthaler erst nach einer Stunde beim Spielstand von 0:2 ab – der Ball flog allerdings meterweit über das Gehäuse. Auch der zuletzt treffsichere Alix Bahlouli blieb im Angriff ohne Wirkung, weil die Bieler schlicht nichts zuliessen. Trotz dieses Dämpfers sieht es für Langenthal in der Tabelle nach wie vor gut aus, weisen sie doch sechs Punkte Vorsprung auf die Abstiegsplätze auf.

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