«Schiedsrichter haben vermutlich eine Freinacht ausgerufen»

Rotweiss-Coach Peter Bachmann erklärt, weshalb er nach dieser Saison eine Pause einlegen wird.

Trainiert die Thunerinnen bis Ende Saison: Bachmann.

Trainiert die Thunerinnen bis Ende Saison: Bachmann.

(Bild: zvg)

Adrian Horn

Herr Bachmann, ist Ihnen im verflixten siebten Jahr die Lust vergangen?
(lächelt) Nein – auch wenn es nach Partien wie derjenigen vom Samstag schwerfällt, sich wieder aufzurichten. Ich benötige nach dieser Saison schlicht eine Pause. Ich arbeite im 100-Prozent-Pensum als Lehrer, und die Kombination mit dem Cheftraineramt geht an die Substanz.

Beschreiben Sie doch mal, wie Ihr Alltag aussieht, nun, da Sie die Doppelbelastung noch stemmen.
Um es zusammenzufassen: Ich bin der Beweis dafür, dass auch Männer multitaskingfähig sind. (lacht)

Die Tage sind demnach ausgefüllt.
Ja, das sind sie. Und ich möchte eigentlich sogar noch mehr in das Traineramt investieren, als ich es tun kann. Womit ich nicht sage, dass ich der Aufgabe nicht seriös nachgehe. Ich arbeite mit grossem Einsatz, und zwar bis zum letzten Tag der Saison.

Nach der einjährigen Pause werden Sie 64 sein. Wie wahrscheinlich ist es, dass Sie da noch mal eine Mannschaft übernehmen werden?
Ich weiss es nicht und lasse dies bewusst offen. Vielleicht wird die Pause nicht nur ein Jahr dauern. Möglich ist auch, dass ich gerade zum letzten Mal ein Team trainiere, nach dieser Saison nie wieder coachen werde.

Schliessen Sie auch nicht aus, wieder Männer zu trainieren, wie Sie dies getan hatten, bevor Sie bei Rotweiss übernahmen?
Ich lege mich auch da nicht fest. Klar ist, dass ich in den obersten Ligen tätig sein möchte.

Sie führten Rotweiss andie erweiterte Spitze undetablierten das Team dort. Haben Sie das Gefühl, dassdies abseits des Clubs zu wenig gewürdigt wurde?
Das war nie der Antrieb. Ich setze mich mit derlei Dingen nicht auseinander. Frauenhandball erfährt nicht dieselbe Aufmerksamkeit; das war mir klar. Anderes stört mich weit mehr.

Beispielsweise?
Ich will es so ausdrücken: Die Schiedsrichter haben vermutlich eine Freinacht ausgerufen, als sie davon erfahren haben, dass ich eine Pause einlegen werde. (lacht)

Es gab nach einzelnen Saisons viele Abgänge, und gegenwärtig arbeiten Sie mit einem sehr schmalen Kader. Wie sehr frustriert einen das?
Kontinuität war in all den Jahren ein Thema. Immerhin arbeiten wir nun seit rund zweieinhalb Saisons mit demselben Stamm. Das ist wichtig. Darauf lässt sich aufbauen.

Das Potenzial bei Rotweissist ausgeschöpft: Dauerhaft ganz vorn mitspielen können wird der Club nicht – einverstanden?
Im Wesentlichen müssten sich zwei Dinge ändern. Dadurch, dass wir über ein geringes Budget verfügen, sind uns Grenzen gesetzt. Und die Mentalität im Club muss noch besser werden. Es sollte eine Art Selbstverständnis herrschen, die grossen Spiele zu gewinnen.

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