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Die Teufelskerle

Wacker Thun weist 2019 eine negative Bilanz aus – dennoch halten sie nun beide Titel hierzulande.

Empfang für das Cupsieger-Team auf dem Thuner Rathausplatz.
Empfang für das Cupsieger-Team auf dem Thuner Rathausplatz.
Patric Spahni
Der Captain und der Pokal: Jonas Dähler (rechts) geniesst den Empfang in Thun.
Der Captain und der Pokal: Jonas Dähler (rechts) geniesst den Empfang in Thun.
Patric Spahni
Roman Caspar, links, und Gabriel Felder gegen Schaffhausens Dimitrij Küttel.
Roman Caspar, links, und Gabriel Felder gegen Schaffhausens Dimitrij Küttel.
Marcel Bieri, Keystone
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Zahlen lügen nicht bloss nicht; teilweise beeindrucken sie sogar. 4 Cupsiege feierte Wacker in den letzten 10 Jahren. Kein Club war erfolgreicher. 6-mal triumphierten die Thuner im Pokal insgesamt, womit sie an 2. Stelle liegen. Wettbewerbsübergreifend holten die Berner Oberländer seit der Jahrtausendwende 9 Titel – was sehr bemerkenswert ist, setzen sie doch grossteils auf einheimisches Schaffen.

Lediglich 4-mal hatten die Winnertypen aus der Lachenhalle das Nachsehen in der Ausmarchung um eine Trophäe. Sie triumphierten im 3. Jahr in Folge in einem Wettbewerb, bestritten im 4. Jahr in Serie einen Final. Vorab für die Beteiligten nicht unwesentlich ist die Statistik, nach der Martin Rubins Team den Erzrivalen aus Schaffhausen auch im 3. Duell in einem Cupfinal bezwungen hat. Die Thuner sind der einzige Verein, gegen den die Kadetten Pokalendspiele verloren.

Spezialisten für die grossen Partien

Geradezu kurios ist folgendes Faktum: Wacker unterlag 2019 öfter (5-mal), als es gewann (3-mal), mit 198:219 ist das Torverhältnis gleichfalls negativ; mit Meisterschaft und Cup sind seit dem 30:25 nach Verlängerung am Sonntag nun aber beide Titel im Besitz der Thuner, der Spezialisten für die grossen Partien.

Es gab in der ausverkauften Mobiliar-Arena in Gümligen eine Phase, da drohte den Oberländern die Partie zu entgleiten. Mitte der zweiten Hälfte lagen sie auf einmal 17:20 in Rückstand, nachdem sie wenige Minuten davor 17:16 geführt hatten und in der Zwischenzeit in Überzahl gewesen waren.

Spätestens jetzt wunderte man sich, dass Topskorer Ivan Wyttenbach ausschliesslich als Penaltyschütze und nicht auch als Aufbauer eingesetzt wurde. Der gerade genesene Damien Guignet, der selten im Angriff agierende Roman Caspar und der sich im Tief befindende Phillip Holm: Alle waren sie dem vier Tage davor in Aarau überzeugenden Wyttenbach im Rückraum vorgezogen worden, primär deswegen, weil Rubin auf eine starke Deckung und vor allen Dingen auf Tempohandball setzte, damit auf Spezialistenwechsel weitestgehend verzichtete, wie er dies in Cupspielen gerne tut.

Der Coach hätte sich im Falle einer Niederlage erklären müssen. Seine Lieblingstaktik aber ging abermals auf. Er bestätigte sich als Titelhamsterer. Und Wyttenbach war mit seiner exzellenten Penaltyquote doch noch einer der Matchwinner, mit sieben Treffern bester Torschütze im Final.

Beflügelt und gefürchtet

Mit ihrem Faible für die grosse Bühne sind die Thuner in dem im April startenden Playoff ein Gegner, auf den die Konkurrenz nicht treffen will. Der Titel dürfte die zuvor lange verunsicherten Spieler beflügeln, und vor allen Dingen ist er so was wie eine Grundlage für das, was kommen wird: Als Misserfolg wird die Saison dank des Coups nun ganz bestimmt nicht gewertet werden. Trainer Rubin war am Sonntag freilich angetan von der Darbietung seiner Mannschaft; diese habe mit viel Zug angegriffen. Er sagte aber auch: «Für meinen Geschmack könnte es noch ein bisschen schneller gehen.» Noch schneller? Das klingt wie eine Warnung an die Widersacher.

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