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Die Zauberin mit den feinen Händen

Im Playoff hat Skorpion Emmental Zollbrück im Derby gegen die Wizards Bern-Burgdorf mit einem 14:4-Sieg die Serie ausgeglichen. Bei den Wizards steht mit Selma Bergmann eine talentierte Spielerin im Kader.

Selma Bergmann hat den Lochball im Griff.
Selma Bergmann hat den Lochball im Griff.
Raphael Moser

Rückblende: Die Frauen von den Wizards Bern-Burgdorf zaubern in der letzten Runde der NLA-Qualifikation beim zuvor verlustpunktlosen Titelverteidiger Piranha Chur und fügen den Bündnerinnen beim 6:4-Erfolg die erste Niederlage zu. Bei den Bernerinnen steht Selma Bergmann im Mittelpunkt, die für fünf der sechs Treffer besorgt ist – wobei die talentierte Bolligerin an diesem Tag noch nicht einmal 18 Jahre alt war. «Ja, natürlich war dies der bisherige Höhepunkt in meiner Karriere, wobei ich aber auch von der Vorarbeit meiner Mitspielerinnen profitiert habe», gibt sich die junge Akteurin bescheiden.

Die nach dem Sieg gegen Chur entstandene Euphorie nehmen die Wizards vorerst auch nahtlos ins Playoff mit. Mit einem 5:4-Sieg vor einer Woche zum Playoff-Auftakt gegen Skorpion Emmental Zollbrück verlängert sich die Erfolgsserie auf neun Siege in Folge.

Am Höhenflug beteiligt

Zu diesem Höhenflug trug auch die mittlerweile volljährige Selma Bergmann ihren Teil bei. In den letzten vier Partien der Qualifikation hatte sie mit zehn Treffern und einem Assist ihre Anzahl an Skorerpunkten mehr als verdoppelt, dazu beim Playoff-Auftakt kurz vor Schluss mit dem 4:4-Ausgleich die Verlängerung erzwungen. Und vorerst schien es auch im zweiten K.-o.-Spiel am Samstag in Zollbrück für die Wizards zu laufen.

So machten die Gäste aus Burgdorf zweimal einen Rückstand wett und gingen durch – wen denn sonst – Bergmann kurz vor dem ersten Seitenwechsel mit 3:2 in Führung. Doch dann erfolgte der Filmriss: Den Zollbrückerinnen gelang plötzlich alles, praktisch jeder Schuss mutierte zum Treffer, sieben im zweiten Drittel und weitere fünf im Schlussabschnitt glückten dem Team von Coach Felix Coray zum Kantersieg von 14:4.

Am Tag danach sieht Bergmann trotz des heftigen Rückschlags auch das Positive. «Vielleicht war es ganz gut, dass wir mal so richtig etwas um die Ohren geschlagen bekamen und merken, dass auch für uns die Bäume nicht in den Himmel wachsen. Wir müssen diese Niederlage nun sofort wegstecken und wollen weiterhin bereits in den beiden Spielen am nächsten Wochenende den Halbfinal erreichen», macht die Stürmerin sich und ihrem Team Mut.

Bergmann fand einst als Drittklässlerin bei Bern-Ost zum Unihockey und hat seither eine steile Karriere absolviert. Bereits als 14-Jährige spielte sie bei den ­U-21-Juniorinnen der Wizards und debütierte bereits zwei Jahre später bei den Aktiven in der höchsten Spielklasse. Im letzten Mai bestritt sie mit der U-19-Nationalmannschaft die Weltmeisterschaft im eigenen Land, die jedoch missglückte. Deshalb sinnt sie – mittlerweile als Captain – auf Wiedergutmachung im nächsten Jahr.

Durchbruch geschafft

In der NLA gelang ihr der endgültige Durchbruch in den letzten Wochen. Bei den Wizards ist sie auch in den ersten Block aufgerückt, wo sie an der Seite ihrer einstigen Vorbilder Brigitte Mischler und Simone Wyss spielt. «Das ist schon unglaublich», staunt sie selbst ob der Entwicklung.

Bergmann scheinen keine Grenzen gesetzt, auch wenn sie – im Gegensatz zum bisherigen Verlauf ihrer Karriere – eigentlich eher in kleinen Schritten träumt. «Natürlich würde ich mich freuen, wenn dereinst die A-Nationalequipe ein Thema werden sollte, vielleicht auch ein Wechsel nach Schweden oder sogar einmal die Teilnahme an Olympischen Spielen», sagt Bergmann. Sie ist sich aber bewusst, dass weiterhin primär harte Arbeit gefordert ist – die sie allerdings bereits heute mit sechs bis sieben Trainings pro Woche leistet.

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