Rotweiss: Erst verkrampft, dann unglücklich

Handball

Rotweiss Thun wartet nach der 25:27-Niederlage im Final gegen Spono Nottwil weiter auf den ersten Titel.

<b>Enttäuschte Thunerinnen:</b> Am Schluss hat es für einen Cupsieg nicht gereicht.

Enttäuschte Thunerinnen: Am Schluss hat es für einen Cupsieg nicht gereicht.

(Bild: Manuel Zingg)

Reto Pfister

Der Frust war den Spielerinnen von Rotweiss Thun ins Gesicht geschrieben. Wieder war es nichts geworden mit einem Titelgewinn, auch bei der dritten Finalteilnahme nicht. Aller Aufwand war umsonst. Die Oberländerinnen hatten den Final gegen Spono Nottwil 25:27 verloren. Und dabei die Chance vergeben, einen auf dem Papier schlagbaren Gegner zu bezwingen.

Angst vor dem Erfolg

Rotweiss scheiterte einerseits aus Mangel an Erfahrung. Spono ist in dieser Saison als Vierte einen Rang hinter den Oberländerinnen klassiert. Die Luzernerinnen waren jedoch schon wesentlich häufiger in Endspielen vertreten; es war zudem das erste Mal, dass Rotweiss nicht als Aussenseiter in einen Final stieg.

Die Thunerinnen fanden in der ersten Viertelstunde keinen Zugriff auf die Angreiferinnen das Gegners und brachten ihr eigenes Offensivspiel nicht zum Laufen. Die Folge war ein 2:11-Rückstand nach 15 Minuten, eine Wende schien kaum mehr möglich.

«Wir haben im Angriff die falschen Mittel gewählt», sagte die junge Spielmacherin Kira Zumstein. Torhüterin Karmen Korenic und Trainer Peter Bachmann orteten das Problem auf der mentalen Ebene. «Wir hatten Angst vor dem Erfolg», meinte die Slowenin, die zur besten Spielerin ihres Teams gewählt wurde. «Die Spielerinnen wollten, verkrampften sich jedoch und konnten so nicht», kommentierte Bachmann.

Rotweiss gab jedoch nicht auf, kam mehrfach bis auf ein Tor Differenz heran. Nur der Ausgleich, dieser so wichtige eine Treffer im richtigen Moment, wollte nicht fallen. Dann wäre Spono, das zeitweise stark aus dem Tritt geraten war, möglicherweise definitiv eingebrochen.

Die Luzernerinnen blieben jedoch stets in Führung. Was auch damit zu tun hatte, dass Rotweiss in mehreren Situationen, in denen es den Ausgleich hätte anstreben können, teils umstrittene Strafen kassierte. Bachmann war mit der Schiedsrichterleistung überhaupt nicht zufrieden.

Er wolle kein schlechter Verlierer sein, er habe den Nottwilerinnen auch zum Sieg gratuliert. «Es ist sehr schade, dass in solch einem Spiel so gepfiffen wird», monierte er jedoch deutlich.

Zuversicht bei Zumstein

«Im nächsten Jahr holen wir den Pokal», zeigte sich Zumstein kämpferisch. Die meisten Schweizer Spielerinnen im Team sind jung; ausser der zweiten Torhüterin Sibylle Peronino und Kreisläuferin Noelle Frey ist keine älter als 25-jährig. Dazu kommen die drei Ausländerinnen Lucia Weibelova (die Topskorerin traf am Sonntag zehnmal), Laura Rotondo (fünf Treffer) und Korenic. Zumstein etwa ist 19 Jahre alt und hat ihre besten Handballjahre noch vor sich.

«Nottwil hatte mehr erfahrene Leaderinnen als wir im Team», analysierte Bachmann. «Dies machte sich in der ersten Spielphase bemerkbar.» Die Erfahrungen aus dem verlorenen Final würden seinen Spielerinnen auch helfen, ist er überzeugt. «Beim nächsten Mal sind sie mehr daran gewöhnt, in einer solchen Atmosphäre zu spielen.»

Für die starke Leistung in der zweiten Halbzeit lobte Bachmann sein Team. «Wir haben viel richtig gemacht, wurden dafür jedoch nicht belohnt.» Weil eben der Ausgleich nie gelang.

Thuner Tagblatt

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