Ein zweites Mal Schwung holen

Flurin Randegger schaffte einst über den SC Langenthal den Sprung in die NLA. Zehn Jahre später spielt er temporär erneut für die Oberaargauer.

Wieder in Gelb-Blau: Flurin Randegger (rechts) im Duell mit dem Oltner Lukas Haas.

Wieder in Gelb-Blau: Flurin Randegger (rechts) im Duell mit dem Oltner Lukas Haas.

(Bild: Marcel Bieri)

In der Saison 2008/2009 hat ein 20-jähriger Stürmer in der NLB Aufsehen erregt. In 40 Qualifikationsspielen erzielte Flurin Rand­egger für den SC Langenthal in der ersten Linie neben Mike Maneluk und Marko Tuomainen 17 Tore und verzeichnete dazu 16 Assists. Prompt wurde er von Servette unter Vertrag genommen, spielte dann später für Lausanne (NLB) und Bern, wurde zweimal Schweizer Meister, ehe er zu den SCL Tigers wechselte.

Seit Beginn dieser Saison ist er wieder dort, wo er seine Karriere lanciert hat. Aufgrund einer Verletzung in der Vorbereitung wollten die Langnauer ihn für den Aufbau in die Swiss League abgeben. Da war für ihn klar, dass nur eine Rückkehr zur alten Wirkungsstätte infrage kommt. Noch heute sagt Flurin Randegger nämlich: «In Langenthal hatte ich eine super Zeit. In der Swiss League kam deshalb nur der SCL infrage.»

Gute Erinnerungen

Auch heute noch kann sich Flurin Randegger gut an jene Saison vor 10 Jahren erinnern. Es war nicht nur seine erste Profisaison, sondern auch sein erstes Jahr weg von zu Hause. Aufgewachsen ist er in Davos, mit seinem Bruder Gian-Andrea und seinem Jugendfreund Thomas Wellinger kam er nach Langenthal.

«Wir wohnten gemeinsam in einer WG, hatten ein super Team, und auch sportlich war ich erfolgreich. Das war ein tolles Jahr für mich», sagt der heute 30-Jährige. Gerade in seiner aktuellen Situation kann es ihm behilflich sein, dass er in ein bekanntes Umfeld zurückkehrt. Randegger verpasste einen grossen Teil der Vorbereitung, in Langenthal will er nun ein zweites Mal Schwung holen.

«Ich musste ein Muttermal rausschneiden. Weil sich herausgestellt hatte, dass es bösartig war, brauchte es einen zweiten Eingriff. Dann verzögerte sich die Heilung, weshalb ich bis zuletzt sieben Wochen nicht trainieren konnte», schildert er sein gesundheitliches Problem. Medizinisch gesehen ist nun alles in Ordnung, belasten kann er seit Saisonbeginn wieder vollständig.

«In Langenthal hatte ich eine super Zeit. In der Swiss League kam deshalb nur der SCL infrage.»Flurin Randegger

Randegger spürt, dass er seiner gewohnten Form stetig näher kommt. «Ich habe viel Kondition und Muskelmasse am Oberschenkel eingebüsst», begründet er den Entscheid, die Saison in der zweithöchsten Spielklasse zu starten.

Natürlich würde Flurin Rand­egger, der mittlerweile als Verteidiger agiert, lieber wie geplant in der National League mit den SCL Tigers antreten. Auch aus der aktuellen Situation kann er aber positive Schlüsse ziehen. In Langenthal erhält er viel Eiszeit und eine wichtige Rolle, so könne er auch von diesen Einsätzen viel profitieren.

Geplant war ursprünglich, dass er Mitte Oktober zu den Emmentalern zurückkehren wird. Noch ist dies aber nicht sicher. «Ich muss lediglich bereit sein, wenn es so weit ist. Aktuell läuft es Langnau gut, deshalb weiss ich nicht, wann ich dort wieder eine Chance erhalte», sagt der 30-Jährige. Nörgeln will Randegger keineswegs, gefällt es ihm doch auch in seinem neuen Team. Und dieses ist auf seine Dienste angewiesen – gerade auch heute, wo er als läuferisch starker Spieler gegen die wendigen GCK Lions körperlich und läuferisch entgegenhalten kann.

«Heute muss ein Sieg her. Punkt», sagt er derweil auf das um 20 Uhr startende Spiel angesprochen. Gegen das Farmteam des amtierenden Meisters, der ZSC Lions, ist das zwar wenig über­raschend, aber für die Oberaargauer von gewisser Wichtigkeit. Damit der SC Langenthal am kommenden Samstag gegen Kloten nicht unter Zugzwang steht, ist ein Erfolg heute Abend notwendig.

Berner Zeitung

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