Wiler-Ersigen: Das Dutzend ist voll

Wiler-Ersigen hat den Grasshoppers im Superfinal in Kloten keine Chance gelassen. Die Emmentaler holen sich mit einem ungefährdeten 8:4-Sieg den zwölften Meistertitel der Vereinshistorie.

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Adrian Lüpold

Wiler-Ersigen macht das Dutzend voll. Die Emmentaler krönen sich in der Swiss Arena in Kloten dank einer formidablen Leistung im Superfinal gegen die Grasshoppers zum Schweizer Meister – es ist der zwölfte Titelgewinn seit dem ersten Triumph 2004.

An der Basis des 8:4-Erfolgs stehen Werte, die Wiler-Ersigen nun seit fast zwei Dekaden auszeichnen: mannschaftliche Geschlossenheit, gepaart mit defensiver Stabilität, individueller Klasse und enorm viel Herzblut. Dave Wittwer verkörpert jene Eigenschaften wie kaum ein Zweiter.

Dass der 31-jährige, stets vereinstreue Verteidiger mit seinen Ecken und Kanten just in seinem letzten Spiel für den SVWE den Führungstreffer mit einem krachenden Weitschuss bucht (12.), passt zum Emmentaler Finalmärchen. Früh zeichnet sich vor der tollen Kulisse von 8011 Zuschauern ein Happy End in Grün-Weiss ab.

Zu entschlossen und schlicht zu gut agieren die Mannen von SVWE-Coach Thomas Berger. Auch der prompte Ausgleich von Qualifikationssieger GC nur 11 Sekunden nach Wittwers 1:0 vermag Wiler-Ersigen nicht im Ansatz zu beunruhigen. «Wir haben versucht, die kleinen Dinge richtig zu machen. Das ist uns mehrheitlich über 60 Minuten gelungen», sagt Topscorer Deny Känzig.

Wie grimmige Türsteher

Defensiv stehen die Emmentaler wie aufgeputschte, grimmige Türsteher, die den klaren Auftrag haben, nach Mitternacht niemanden mehr in den Tanzclub zu lassen. Die Zürcher, bekannt für ihre mitunter unwiderstehliche Offensivmaschinerie, prallen regelmässig ab am harten Abwehrbollwerk oder in letzter Instanz am exzellent parierenden Wiler-Goalie Christoph Reich.

Luan Misini, Berner Trainer bei GC mit vierjähriger Vergangenheit als Assistenzcoach bei Floorball Köniz, gibt unumwunden zu: «Wir haben einfach kein passendes Rezept gegen die starke Defensive gefunden. Zudem war Wiler-Ersigen heute in der Breite klar ausgeglichener als wir.»

Die Emmentaler halten das Tempo in allen Linien hoch, lassen GC zu keinem Zeitpunkt auch nur einen Zentimeter Platz und gehen durch den 33-jährigen Joel Krähenbühl, einer weiteren Vereinslegende, noch im ersten Drittel wieder in Führung.

Das zweite Drittel ist dann geprägt von Kontrolle und der Abgeklärtheit der Emmentaler. Wiler-Ersigen hat alles im Griff und erarbeitet sich dank Claudio Mutters Tor zum 3:1 (31.) nach genialer Vorarbeit von Känzig sogar eine Marge von zwei Toren für den finalen Abschnitt.

Demonstration der Stärke

Im letzten Drittel suchen die Emmentaler die schnelle Entscheidung. Sie finden sie mit traumwandlerischer Selbstsicherheit und jeder Menge Stil. Ein Traumtreffer jagt nun den nächsten. Ob Deny Känzigs grandioser Volleyknaller zum 4:1 (42.) nach tollem Chip-Pass von Captain Tatu Väänänen, Marco Rentschs gefühlvoller Heber aus vollem Lauf zum 5:1 (47.) oder Michal Dudovics klinischer Abschluss ins Lattenkreuz nach Traumvorlage von Matthias Hofbauer zum 6:1 (51.): Wiler-Ersigen agiert nun fast wie in Trance. Es ist eine veritable Demonstration der Stärke und von ganz viel Spiellust.

Zwar operiert GC in der Folge noch minutenlang ohne Torhüter und schiesst noch das eine oder andere Tor, ohne Wiler-Ersigen aber ernsthaft in Verlegenheit zu bringen. Die Emmentaler bringen im wichtigsten Spiel der Saison ihre beste Leistung und tüten den 12. Titel der Vereinshistorie auf unwiderstehliche Art und Weise ein.

«Dafür arbeiten wir das ganze Jahr und nehmen jeweils schon im Sommertraining grosse Strapazen auf uns. Der Meistertitel ist das Grösste für jeden Unihockeyspieler», sagt Deny Känzig, der zum Mann des Spiels gewählt wird.

Das Dutzend ist voll. Mit Titel Nummer 12 schliessen die Emmentaler zum Rekordchampion und Dominator der 1990er-Jahre, dem UHC Rot-Weiss Chur, auf, der seit der Fusion mit Torpedo Chur unter dem Namen Chur Unihockey firmiert.

Berner Zeitung

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