«Es brauchte keine grossen Überredungskünste»

Die Tigers Langnau sind mit Neo-Coach Matthias Gafner mit zwei Siegen in die Saison gestartet.

Matthias Gafner trainiert neu die Tigers Langnau.

Matthias Gafner trainiert neu die Tigers Langnau.

(Bild: Manuel Zingg)

Keine Ausländer mehr, Schlüsselspieler Martin Kisguite nicht adäquat ersetzt, der bisherige Trainer wird durch dessen Assistenten abgelöst – sind diese Massnahmen primär einem rigorosen Sparkurs geschuldet?
Matthias Gafner: Es ist kein Geheimnis, dass bei den Tigers der Gürtel enger geschnallt werden musste. Aber bei den sportlichen Überlegungen stand dies nicht im Vordergrund. Man war vielmehr der Ansicht, dass die Qualität des Kaders auch ohne ausländische Verstärkungen genügen müsste, um zumindest die Playoffs zu erreichen – und offensichtlich auch, dass dies mit mir als Trainer geschafft werden kann.

Trotzdem, genügt das gegenüber der letzten Saison eher schwächer besetzte Kader, um diese Saison die Playoffs wieder zu erreichen?
Ja, und davon bin nicht nur ich selbst überzeugt. Wir verfügen über eine solide Defensive und vorne, angeführt von Leadern wie Simon Flühmann, Thomas Gfeller und Yannick Glauser, über viel «offensive Feuerkraft». Im ersten Spiel brillierte unsere erste Sturmreihe, gegen Rychenberg Winterthur gingen die beiden ersten Treffer auf das Konto der zweiten – zudem hat in Zug mit dem erst 20-jährigen Janis Lauber gleich auch eines der nachgezogenen Eigengewächse zwei wichtige Tore erzielt. Und: Grundsätzlich stimmen sowohl die Mentalität als auch die Moral der Equipe – zwei wichtige Faktoren, die mithelfen, das Fehlen von ausländischen Topstars zu kompensieren.

Wiler-Ersigen und GC sind die meistgenannten Topfavoriten, Thun und Aufsteiger Sarnen werden im Playout erwartet – wo dazwischen sehen Sie Ihr eigenes Team?
Vorne dürften im Normalfall wohl auch Floorball Köniz und Alligator Malans gesetzt sein. Aber dann folgen nebst uns fünf Teams, die sich alle das Erreichen der Playoffs als – im Prinzip auch für alle realistisches – Ziel gesetzt haben. Gerade deshalb ist es für uns natürlich besonders erfreulich, dass wir zum Auftakt gleich gegen zwei Gegner aus diesem Quintett das Punktemaximum geholt haben – zumal Siege gegen direkte Konkurrenten bekanntlich doppelt zählen. Dabei hatten wir in Zug sicher auch das Glück auf unserer Seite, am Samstag gegen Rychenberg Winterthur dagegen mussten wir nur wegen unserer ungenügenden Chancenauswertung bis zuletzt zittern.

Was haben Sie vorgekehrt, damit Ihr Team künftig weniger starken Leistungsschwankungen unterliegt als zuletzt?
Wenn ich an das 1:12-Debakel im Supercup gegen Wiler-Ersigen denke, dann offensichtlich noch zu wenig (lacht). Aber Spass beiseite, das Rezept heisst Spiel um Spiel und jeden Gegner ernst nehmen, sich nie zufrieden geben, jeder muss versuchen, in jedem Spiel und jedem Training stets das Beste herauszuholen.

Nach missglücktem Trainer-Debüt in Biglen, grossen Erfolgen mit ihrem Stammclub Thun und danach fast zwei Jahren Pause haben Sie wieder bei den Tigers angeheuert. Was war Ihre Motivation?
Nun, Unihockey war, ist und bleibt wohl meine grosse Leidenschaft – und ich habe das Geschehen auch während meiner Pause stets intensiv verfolgt. Deshalb brauchte es weder bei der Anfrage von Michal Rybka, ob ich mit ihm zusammenarbeiten möchte, noch bei jener der Tigers im Frühjahr, das Traineramt zu übernehmen, grosse Überredungskünste – für mich auch im Wissen, dass mit dem schlagkräftigen, ausgeglichen besetzten und gut durchmischten Kader erfolgreich gearbeitet werden kann.

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt