Es führt kein Weg an Delia Sclabas vorbei

Das Ausnahmetalent aus Kirchberg dürfte das Rennen über 4,7 km einmal mehr dominieren.

Delia Sclabas das Ausnahmetalent aus Kirchberg.

Delia Sclabas das Ausnahmetalent aus Kirchberg.

(Bild: Christian Pfander)

Der Altstadt-GP dient Delia Sclabas in erster Linie als Standortbestimmung. Die 18-Jährige spricht aber auch von einem coolen Erlebnis. Weil sie, wenn sie den Aargauerstalden ­hochläuft, auf der anderen Strassenseite jeweils Schulkollegen sieht, die den Lauf eben erst in Angriff genommen haben. In den letzten drei Jahren war das 4,7 Kilometer lange Rennen für die Kirchbergerin eine einzige Erfolgsgeschichte, stets konnte sie die Konkurrenz in Schach halten.

Eigentlich hätte Sclabas am Samstag heftige Gegenwehr erhalten sollen. Schliesslich kündigte Fabienne Schlumpf ihre erstmalige Teilnahme am Altstadt-GP an. Jene Athletin also, die im letzten Jahr EM-Silber über 3000 m Steeple gewann und an der Cross-EM auf Rang 2 lief. Es wäre gewiss ein spannendes Duell geworden. Doch der Konjunktiv verrät es: Aus Sclabas vs. Schlumpf wird nichts. Die Zürcherin verletzte sich in den letzten Tagen leicht am Knie, verzichtet deshalb auf einen Start.

Es ist wie verhext in diesem Jahr. Für das Rennen über zehn Meilen mussten die Organisatoren bereits die Absage von Martina Strähl und Maja Neuenschwander hinnehmen. Erstere hatte vor Jahresfrist am GP als erste Schweizerin seit 20 Jahren triumphiert und später an der EM im Marathon den 7. Platz erreicht. Derzeit aber kämpft sie mit Problemen im Beckenbereich.

Als Weltmeisterin am Start

Also avanciert Sclabas am Samstag in Bern zum Aushängeschild der einheimischen Leichtathletinnen. Was im ersten Moment erstaunlich ist, zieht man ihr Alter in Betracht. Aber Sclabas ist ein Ausnahmetalent. Vor Wochenfrist wurde sie zum dritten Mal Juniorinnen-Weltmeisterin im Duathlon. Zuvor hatte sie in der Halle über 800, 1000, 1500 und 3000 m neue Schweizer U-20-Rekorde aufgestellt. Und wie Schlumpf kehrte auch Sclabas von der Cross-EM mit einer Silbermedaille zurück. «Blicke ich auf die letzten Monate zurück, tue ich das mit grosser Freude, weil eigentlich alles gut gelaufen ist», sagt sie.

Wobei sich das eigentlich auf ihre Premiere an der Hallen-EM der Elite bezieht. Denn in Glasgow scheiterte Sclabas bereits im Vorlauf, weil sie falsch reagierte und dadurch in Positionskämpfe verwickelt wurde. «Ich wäre bereit gewesen, das ist positiv. Und diese Erfahrung ist für künftige Wettkämpfe wichtig», hält sie fest. Am Samstag allerdings wird Sclabas kaum überrascht werden – denn am Altstadt-GP ist die 18-Jährige längst eine Routinière.

mob

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