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«Fätze» ist hungrig auf mehr

2014 führte Matthias Gafner den UHC Thun in die NLA. Nun steht er bei den Tigers Langnau an der Seitenlinie – und trifft morgen im Cup-Viertelfinal auf seinen Stammverein.

Die Coolness in Person – zumindest fast immer: Der 41-jährige Tigers-Trainer Matthias Gafner. Foto: Nicole Philipp
Die Coolness in Person – zumindest fast immer: Der 41-jährige Tigers-Trainer Matthias Gafner. Foto: Nicole Philipp

Die Nationalmannschaftspause kam Matthias Gafner gerade gelegen. Der 41-Jährige, der mit einem 80-Prozent-Pensum in der Unternehmenskommunikation einer Krankenkasse arbeitet, übt seit diesem Sommer das Amt als Headcoach des NLA-Clubs Tigers Langnau aus. «Mit meiner Situation bin ich zuweilen auch an meine Grenzen gestossen», sagt Gafner. So gönnte sich der bekennende YB-Fan eine Auszeit, flog für paar Tage nach Rotterdam, um das Europa-League-Gruppenspiel zwischen dem niederländischen Verein Feyenoord und den Young Boys zu besuchen.

2017 war Gafner über seine Grenzen hinaus, er wusste nicht, wie es weitergehen soll. Damals Trainer beim UHC Thun, war er nicht mehr davon überzeugt, dem Team in einer wichtigen Phase die richtigen Impulse geben zu können. So entschied er sich für den Rücktritt, auch wenn es ihm nicht leichtfiel. «Ich bin mir nicht sicher, ob ich geweint habe. Aber mit den Tränen habe ich sicher gekämpft», sagt Gafner, der sonst die Coolness in Person ist.

Aufstieg und WM

Dabei hatte alles so gut begonnen. Gafner war selber jahrelang Spieler der ersten Mannschaft in Thun und startete seine Trainerlaufbahn im Nachwuchsbereich des Vereins. Als er in Thun zum Headcoach des NLB-Teams befördert wurde, übernahm er im Prinzip eine fertige Mannschaft, die das Ziel verfolgte, endlich den Aufstieg in die höchste Spielklasse zu realisieren. Und 2014 glückte ihm dies. «Wir hatten eine super Equipe und es hat alles gepasst», erinnert sich Gafner.

Aber die Erfolgsgeschichte endete bald in einer «persönlichen Niederlage» des Trainers. Nach einer ordentlichen ersten NLA-Saison lief es Thun im zweiten Jahr auf höchster Stufe nicht mehr rund, daraufhin zog er einen Schlussstrich. «Es ist bitter, wenn du dir eingestehen musst, nicht mehr weiterzukommen.» Den Aufstieg mit Thun bezeichnet «Fätze», wie er von seinen Kollegen genannt wird, bis heute als seine schönste Erfahrung. Der Rücktritt habe ihn als Person geprägt, bereut habe er seine Entscheidung allerdings nie.

Auch die Weltmeisterschaft in Prag vom vergangenen Jahr, bei der er beim deutschen Nationalteam assistierte, zählt zu den Highlights seiner Karriere. Parallel dazu übernahm er bereits im Januar 2018 das Amt des Assistenten bei den Tigers Langnau. Im Sommer folgte er dann als Headcoach auf Michal Rybka. Nach dem Verpassen des Playoffs im letzten Jahr stehe in dieser Saison primär Wiedergutmachung auf dem Programm.

Playoff und Cup

Dies klappt bislang nicht wie gewünscht. Nach neun Runden belegen die Emmentaler – die als einziges NLA-Team ohne Ausländer agieren – den zehnten Rang. «Ich bin überzeugt, dass wir das Playoff erreichen werden. Und für das Schweizer Unihockey wäre es schön, zu sehen, dass es auch ohne Verstärkungen aus dem Ausland geht», sagt Gafner.

Am Sonntag trifft er mit den Tigers im Cup-Viertelfinal als Titelverteidiger auf den UHC Thun. Das Spiel findet in der MUR-Halle statt, welche Gafner als sein langjähriges zweites Wohnzimmer bezeichnet. «Logisch, ist es speziell für mich. Es ist wie ein Nachhausekommen.» Die Thuner dürften sich aufgrund der aktuellen Tabellensituation ihre Chancen auf die erstmalige Cup-Halbfinalqualifikation der Vereinsgeschichte ausrechnen. Das weiss auch Gafner. Er erwartet einen harten Kampf, ein enges Spiel und viele Tore. «Für uns kommt nichts anderes als ein Sieg infrage», sagt er. Denn ein Ausscheiden gegen seinen Stammverein dürfte ihn doppelt ärgern.

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