Wacker-Manager: «Ich hätte keinen Rappen auf uns gesetzt»

Handball

Wackers Coup gegen Kriens verblüfft selbst Teammanager Remo Badertscher.

Eine kleine Sensation: Roman Bouilloux erzielte in seinem ersten Nationalliga-A-Spiel gegen Kriens gleich drei Treffer.

Eine kleine Sensation: Roman Bouilloux erzielte in seinem ersten Nationalliga-A-Spiel gegen Kriens gleich drei Treffer.

(Bild: Christian Pfander)

Adrian Horn

Seine Heimreise war länger als diejenige der Gastmannschaft. Mit seinen Eltern fuhr Roman Bouilloux am Mittwochabend zurück nach Lausanne, nachdem er in der Nationalliga A debütiert hatte. Gerade rechtzeitig war für den Aufbauer eine Talentförderungslizenz gelöst worden, als Reaktion auf die insgesamt sieben Ausfälle.

Obwohl er bloss in den Schlussminuten mittun durfte und damit in einer Phase, in welcher die Partie schon entschieden war, stand der 19-Jährige am Mittwoch repräsentativ für den 25:20-Sieg Wackers über das zweitplatzierte Kriens, welcher unter diesen Umständen eine kleine Sensation darstellte. Drei Tore erzielte der beim in der NLB punktelosen Chênois unter Vertrag stehende Waadtländer.

Remo Badertscher, der Teammanager der Thuner, hatte vom früheren Junioren-Nationalspieler vor zwei Saisons Notiz genommen und den Namen des schmächtigen Rechtshänders nach der Belgien-Reise ins Spiel gebracht. Er attestiert ihm einen guten Wurf und viel Potenzial, sagt aber auch, er müsse einiges an Muskelmasse zulegen. Bouilloux steht den Berner Oberländern fortan in der Meisterschaft und im Pokal, nicht aber im Europacup zur Verfügung.

Der Zuzug war einer von vielen Akteuren im Ensemble Martin Rubins, welche positiv überraschten. Abermals auf sich aufmerksam machte Cedric Manse, ein weiterer agiler Rückraumspieler, den man bis vor kurzem eher in der Nationalliga B verortet hatte. Das Eigengewächs ist so was wie die Entdeckung der jüngsten Monate. Und Linkshänder Gabriel Felder gelang die mit Abstand beste Vorstellung seit längerem, nachdem er in den vorangegangenen Partien des Öftern an Grenzen gestossen war.

Badertscher sagt, es sei eingetroffen, was er sich erhofft habe: «dass nach all den Ausfällen jeder seine Qualitäten in die Waagschale wirft und zeigt, was er kann». Der Teammanager gesteht, dass er bis kurz vor der Partie pessimistisch war, aufgrund der Umstände nicht an einen Sieg glaubte. «Ich hätte am Vorabend keinen Rappen auf uns gesetzt.» Begünstigt habe den Coup der Ausfall von Kriens’ Regisseur Thomas Hofstetter.

Der nächste Test

Wenngleich es sich bloss um einen Match in der Qualifikation handelte, ist der Erfolg hoch einzuschätzen: Im Grunde ist es die bemerkenswertere Leistung, in dieser Besetzung ein Topteam deutlich zu bezwingen, als wie 2018 mit der überragenden Rückraumreihe Lenny Rubin /Lukas von Deschwanden / Nicolas Raemy Meister zu werden.

Nachdem ihre letzten Heimspiele wenig mitreissend geraten waren, lieferten die Thuner eine Vorstellung ab, an die sich ihre Anhänger noch eine Weile erinnern werden. Und mit 850 Zuschauern war die Lachenhalle gewiss nicht voll, aber doch erstmals in dieser Saison ordentlich besucht.

Den nächsten Heimauftritt hat der Cupsieger bereits am Samstag. Um 17 Uhr steigt da das Rückspiel in der 2. Qualifikationsrunde des EHF-Cups. Gegen Bocholt würde Wacker ein Sieg mit zwei Toren Differenz zum Weiterkommen reichen.

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