Jung, begabt und jedes Jahr stärker

Die 18-jährige Bomo-Torhüterin Saskia Maurer ist mit reichlich Talent gesegnet. Die Emmentalerin ist auf gutem Weg, die beste Torhüterin in der Geschichte des Schweizer Fraueneishockeys zu werden.

Auch die Zürcherinnen verzweifelten lange an der überragenden, 18-jährigen Bomo-Torhüterin Saskia Maurer.

Auch die Zürcherinnen verzweifelten lange an der überragenden, 18-jährigen Bomo-Torhüterin Saskia Maurer.

(Bild: Markus Grunder)

Saskia Maurer hat eine sichere Fanghand, sie ist reflexschnell, ihr Stellungsspiel ist exzellent. «Und sie kann das Spiel gut lesen», sagt ihr Clubtrainer bei Bomo Thun, Jakob «Köbi» Kölliker. «Ich kann über sie rein gar nichts Negatives berichten.»

Zuletzt bekamen die beiden Topteams im Schweizer Fraueneishockey Maurers Stärken zu spüren. Nach dem überraschenden 4:2-Sieg in Lugano schien Bomo am Samstag auch gegen die ZSC Lions einem Sieg entgegenzusteuern.

1:0 führten die Thunerinnen nach 40 Minuten – nicht zuletzt dank Maurers Paraden. Im Schlussdrittel, als Maurer von ihren Vorderleuten vermehrt im Stich gelassen wurde, setzten sich die Zürcherinnen dann doch noch mit 5:1 durch.

Der Erfolg im Tessin und die Leistung gegen die Lions in den ersten zwei Dritteln machen aber Mut. Für Thun scheint in der laufenden Meisterschaft plötzlich vieles möglich. Das ist nicht allein Maurers Verdienst, doch das grösste Goalietalent im Schweizer Fraueneishockey seit Florence Schelling ist zweifellos ein wichtiger Eckpfeiler.

Kölliker, der Ex-Internationale, verkündet zwar, dass «wir sowohl absteigen als auch das Playoff erreichen können». Ersteres meint er allerdings kaum ernsthaft. Und Maurer ergänzt: «Die Playoff-Teilnahme muss das Ziel jeder Spielerin sein.»

In drei Teams engagiert

Die Torhüterin aus Röthenbach, welche 2016 die Schweiz an den Olympischen Jugendspielen zu Bronze gehext hatte, ist nicht nur bei Bomo Thun engagiert. Sie hütet auch den Kasten bei den U-20 Top (ehemals Elite B) von Thun Dragon, sie trainiert mit den Männern des EHC Thun, und sie ist Nationalspielerin.

«Ich hoffe», so Kölliker, «dass sie sich im Nationalteam empfehlen kann. In zwei Jahren finden die nächsten Olympischen Spiele statt. Es muss Saskias Ziel sein, dann dabei zu sein.»

Empfehlen kann sich Maurer unter anderem nächste Woche beim Vierländerturnier in Füssen. Nach dem Jahreswechsel steht dann die Weltmeisterschaft in Halifax (Kanada) im Programm – ziemlich sicher mit Maurer, auch wenn sie fast schüchtern sagt: «Ich weiss nicht, ob ich dann im Kader stehe.» Die Bescheidenheit ist typisch für sie.

«Sie ist auf gutem Weg»

In den Eishockeysport investiert die 18-jährige Maurer, die eine Sportlerlehre als Elektronikerin absolviert, viel Zeit. «Wie viele Stunden es wöchentlich sind, kann ich nicht sagen. Doch es ist eine grosse Anzahl an Trainingseinheiten und Spielen.»

Dies allein ist ein Beweis für Maurers Ehrgeiz. Wie gross dieser ist, deutete sie bereits vor knapp zwei Jahren an, als sie dieser Zeitung verriet, dass sie gerne einmal in einem ausländischen Club das Tor hüten würde.

21 Monate später und weiter gereift sagt sie: «Das Ausland ist immer noch ein Thema. Wohin der Weg führen wird, hängt aber damit zusammen, wie es in den nächsten ein, zwei Jahren läuft.» Gemeint ist, wie sie sich in dieser Zeit weiterentwickelt. Bisher steigerte sie sich von Jahr zu Jahr gewaltig. «Sie ist auf gutem Weg», ist Trainer Kölliker überzeugt. Niemand wird ihm widersprechen.

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