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Kickboxer will das Unmögliche schaffen

Levin Demiral aus Hasle-Rüegsau darf sich als 19-Jähriger bereits zweifacher Schweizer Meister im Kickboxen nennen. Er glaubt fest daran, mit diesem Sport seinen Lebensunterhalt verdienen zu können.

Levin Demiral posiert mit seinen zwei Schweizer-Meister-Gürteln.
Levin Demiral posiert mit seinen zwei Schweizer-Meister-Gürteln.
Raphael Moser

Das Tagesprogramm bei Levin Demiral ist zurzeit randvoll. Fünf Stunden Schlaf verbleiben ihm, um den Akku einigermassen wieder aufzutanken. «Meine Leidenschaft zum Kickboxen hält mich auf den Beinen», sagt der seit Dienstag 19-Jährige zu seinen langen Tagen und kurzen Nächten.

In der Karateschule seines Vaters in Worb wurde er als 3-Jähriger zum Karateka und er­reichte den schwarzen Gurt. Er wollte mehr: «Der Kontakt fehlte mir. Ich wollte kämpfen», erklärt Demiral. Deshalb wechselte er vor zweieinhalb Jahren zu der «härtesten Kampfsportart», wie er selbst sagt.

Trotz wenig Erfahrung ist er im K-1-Style zwei­facher Schweizer Meister. 2018 gewann der Hasle-Rüegsauerin der Gewichtsklasse 70 Kilogramm. «Vor meinem ersten Titel habe ich mich vollgefressen, damit ich auf das Wettkampf­gewicht kam», sagt Demiral und lacht.

So entschieden seine Trainer zusammen mit ihm, dass er fortan in der leichteren Gewichtsklasse antreten sollte – er siegte schliesslich im November auch in der Gewichtsklasse 67 Kilogramm.

Wissen weitergeben

Der Emmentaler trainiert dreimal pro Woche im seeländischen Brügg in der Schule Muay Thai Shadow Boxing. Dazu kommen tägliche Kraft- und Fitnesseinheiten, und donnerstags leitet er ein Kickboxtraining der Jüngsten, in dem sein 14-jähriger Bruder Enes teilnimmt.

«Ich möchte mein Wissen weitergeben», erklärt Demiral, der diesen Sommer seine KV-Lehre abschliesst. Danach will er die private Berufsmatura an­gehen. Alles andere wird dem Sport untergeordnet. Ausgang oder Partys liegen nicht drin. Selbst während der Ferien kann er nicht komplett abschalten vom Kickboxen.

Auf die Ernährung achtet er genau und trinkt beispielsweise ab zwei Wochen vor dem Kampf nur Wasser. «Einige Wochen habe ich mich vegan ernährt. Da fehlte mir aber die Energie», sagt er rückblickend. Dass man beim Kickboxen ordentlich einstecken muss, zeigt sich allein bei der Verletzungsakte von Demiral: Nasenbruch, mehrere Gehirnerschütterungen, doppelter Daumenbruch sowie Frakturen an Zehen und Schienbein.

Dies, obwohl er von zwölf Kämpfen zehn gewonnen hat. Zweimal prügelte der Kickboxer seinen Gegner k.o. «Teilweise schlagen wir uns auch im Training richtig auf die Birne», sagt Levin Demiral und stellt klar, dass es nicht nur in den Wettkämpfen zur Sache geht.

Sein Highlight in diesem Jahr ist zweifelsohne die Weltmeisterschaft in Kanada im Spätherbst. Er wird dort in zwei Kategorien antreten. «Ich werde zweimal die Gold­medaille für die Schweiz ge­winnen», sagt Demiral selbst­bewusst.

Seit seinem zweiten Titel im letzten November gehört er zur Nationalmannschaft, die etwa 20 Kickboxer umfasst. Sein grosses Ziel: einmal vom Kickboxen leben zu können. «Viele sagen, es sei nicht möglich. Genau diesen Leuten möchte ich das Gegenteil beweisen.»

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