Neustart beim guten Freund

Der Springreiter Romain Duguet verlässt nach einem Jahr des Umbruchs Gümligen und will vom Kanton Freiburg aus auf höchstes Niveau zurückkehren. 

Romain Duguet verlässt Gümligen und zieht in den Kanton Freiburg.

Romain Duguet verlässt Gümligen und zieht in den Kanton Freiburg.

(Bild: Stefan Anderegg)

Reto Pfister

Wenn die wichtigsten internationalen Prüfungen anstanden, fehlte aus Schweizer Sicht im Jahr 2018 ein bekannter Name. Romain Duguet (38), der in Gümligen wohnhaft gewesene gebürtige Franzose. Er stand weder im Aufgebot für die Weltreiterspiele in den USA noch bei den bedeutenden Nationenpreisen.

Verantwortlich dafür waren einerseits die Verletzung eines der beiden Spitzenpferde, anderseits eine private Veränderung. Duguet versuchte die Stute Quorida de Treho, mit welcher er an den Olympischen Spielen 2016 angetreten war, auf höchstes Niveau zurückzuführen und startete mit ihr auch bei zwei grossen Concours. Das Pferd, das zuvor an einer Beinverletzung litt, ging jedoch wieder lahm.

Quorida de Treho musste im Spätsommer aus dem Springsport zurückgezogen werden. Twentytou des Biches wiederum stand Duguet nach der Trennung von seiner Frau Christiana, der Besitzerin des Pferdes, nicht mehr zur Verfügung. Die Stute wird zukünftig vom jungen Romand Bryan Balsiger geritten. 

Örtliche Veränderung

Duguet war zu einem Neustart gezwungen, der in der nächsten Woche auch zu einer örtlichen Veränderung führen wird. Er verlässt die Region Bern und zieht ins nordwestlich von Freiburg gelegene Lossy, wo mit Gianbattista Lutta ein anderer Schweizer Reiter ansässig ist. «Er ist ein guter Freund, über seine Hilfe bin ich sehr froh», sagt Duguet. Lutta baut dort für ihn einen Stall mit Boxen für zwölf Pferde, Duguet wird sich dort einmieten und mit Lutta zusammenarbeiten.

«Es ist eine gute Lösung sowohl für das Sportliche als auch das Private», sagt er. «Lossy ist nur eine halbe Autostunde von Bern entfernt, was auch für die zwei Kinder wichtig ist.» Mit ins Freiburgische nimmt der 38-jährige auch seine zwei Pferde, mit denen er in diesem Jahr hauptsächlich angetreten ist.

Der 9-jährige Wallach Calder und die 11-jährige Stute Tanaelle du Moulin setzte er bereits auf internationaler Ebene ein. 2018 waren sie für höchstes Niveau jedoch noch nicht ganz bereit, im nächsten Jahr hofft er mit einem der beiden Pferde an der Europameisterschaft antreten zu können. Diese findet in der zweiten Augusthälfte in Rotterdam statt. In Lossy kann Duguet auf die Unterstützung der erfahrenen Reiter Alain Jufer und Severin Hillereau zurückgreifen, die auch für Lutta arbeiten. 

Fernziel Tokio

Mit dem Schweizer Equipenchef Andy Kistler hat Duguet wegen der Planung für die nächste Saison noch nicht gesprochen. Ende November findet ein Kadermeeting statt. Der Neu-Freiburger Duguet hofft, danach zu den Kandidaten für eine EM-Nominierung zu gehören.

Sein Fernziel ist eine erneute Teilnahme an den Olympischen Spielen im Jahr 2020. In Tokio möchte er mit Calder oder Tanaelle du Moulin starten. «Ich bin zuversichtlich, dass der Neustart gelingen wird», sagt Duguet. «In Lossy finde ich sehr gute Bedingungen dafür vor.»

Berner Zeitung

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