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Showtime für den BSV Bern

Gut einen Monat vor Saisonbeginn erlebt ein von Andy Schmid gecoachter BSV Bern bereits das erste Highlight. Auf dem Jungfraujoch fand ein Showmatch gegen die südkoreanische Nationalmannschaft statt.

Marco Spycher
Spektakel auf dem Aletschgletscher: Kaspar Arn trifft beim Showmatch gegen die südkoreanische Nationalmannschaft sehenswert.
Spektakel auf dem Aletschgletscher: Kaspar Arn trifft beim Showmatch gegen die südkoreanische Nationalmannschaft sehenswert.
Christian Pfander
Atemberaubende Kulisse: Auf 3454 Meter über Meer war es für alle Beteiligten ein Erlebnis.
Atemberaubende Kulisse: Auf 3454 Meter über Meer war es für alle Beteiligten ein Erlebnis.
Christian Pfander
Es war ein rasantes, unterhaltsames Spiel.
Es war ein rasantes, unterhaltsames Spiel.
Christian Pfander
BSV-Goalie Edin Tatar in Erwartung eines Schusses.
BSV-Goalie Edin Tatar in Erwartung eines Schusses.
Christian Pfander
Wie in alten Zeiten: Beim Penaltyschiessen tritt Coach Andy Schmid selbst auch an.
Wie in alten Zeiten: Beim Penaltyschiessen tritt Coach Andy Schmid selbst auch an.
Christian Pfander
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Ein Asiate zückt auf dem Jungfraujoch sein iPhone, um ein Bild von sich zu machen. Eigentlich Alltag. Nur posiert dieser in einem Handballtor, mitten im Schnee, auf 3454 Meter über Meer. Jungfraujoch mal anders. Handball mal anders. Spektakuläre Events auf dem Aletschgletscher sind nichts Neues. Roger Federer duellierte sich einst in einem Tennismatch gegen Lindsey Vonn, Basketballprofi Tony Parker warf bereits ein paar Körbe, auch Langläufer Dario Cologna und Golfprofi Rory McIlroy waren schon zu Gast.

Dieses Jahr waren es also zwei Handballteams, genauer gesagt der BSV Bern und die Nationalmannschaft Südkoreas. Das Duell des dreifachen Schweizer Meisters und des neunmaligen Asienmeisters. «Es wird langsam schwierig, all dies zu übertreffen», sagt Urs Kessler, CEO der Jungfraubahnen. «Wir können ja hier auf dem Gletscher nicht Motorradrennen veranstalten.» Zu diesem Zeitpunkt ist der zwölfte Event schon Geschichte.

Beginnen wir aber von vorne: Es ist kurz vor neun Uhr, beim Bahnhof Grindelwald Grund sammeln sich die Leute. Spieler, Staff, Zuschauer und Journalisten – darunter 14 aus Korea angereist – warten allesamt auf den Zug. Mittendrin: Andy Schmid, der erfolgreichste Schweizer Handballspieler in der Geschichte. Schmid, der bei den Rhein-Neckar Löwen spielt, wurde fünfmal in Folge zum wertvollsten Spieler der deutschen Bundesliga geehrt. Ohne Star geht es wohl nicht auf dem Jungfraujoch.

Jungfraujoch als Plattform

Pünktlich fährt die Bahn los, die Waggons sind gut gefüllt. Auf der kleinen Scheidegg wird umgestiegen, ehe es aufs «Top of Europe» geht. Oben angekommen, scheint einem die Sonne ins Gesicht. Sieben Grad zeigt das Thermometer an, es ist windstill. Optimale Bedingungen. Schmid lässt sich den Seitenhieb zu Gölä nicht nehmen, der sich wenige Tage zuvor bei einem Videodreh auf dem Jungfraugipfel einen starken Sonnenbrand zugezogen hat. «Ich creme mich nun alle zehn Minuten ein», sagt Schmid und lacht.

Aber nicht nur die Sonne sticht einem ins Auge, sondern auch der blaue Boden des Handballfeldes. «Das ist eine riesige Plattform für uns», sagt Achim Dähler, der seit dem 1. Juli Geschäftsführer des Berner Handballclubs ist. Zustande kam dieser Event durch eine Partnerschaft der beiden Unternehmen. «Deshalb stehen auch wir und nicht ein anderer Verein hier», sagt Dähler. «Und dank den Kontakten von unserem Sportchef Daniel Weber konnten wir die Südkoreaner überzeugen, bei der Sache mitzumachen.» Über drei Wochen zogen sich die Aufbauarbeiten für diesen Event hin. «Der Aufwand war unglaublich», fasst Dähler zusammen.

Die Spieler stapfen mittlerweile durch den Schnee Richtung Spielfeld. Die Freude der Spieler ist zu spüren, jeder hat ein Lachen im Gesicht, Zeit für ein Spässchen bleibt immer. Sieht man die Blicke der Südkoreaner, ist manchen zu entnehmen, dass sie wohl zum ersten Mal in ihrem Leben richtigen Schnee sehen. Aber eben, dieser Schnee hat auch so seine Tücken. Er reflektiert so stark, dass einige Akteure eine Sonnenbrille tragen. So auch Andy Schmid beim Kaffeetrinken. Er unterstützt den BSV an der Seitenlinie als Coach, steht aber selber nicht auf dem Feld. Schmid, dessen Mutter aus Interlaken stammt, ist zum ersten Mal auf dem Jungfraujoch – es dürfte nicht das letzte bleiben.

Schmid ist seit nun offiziell Markenbotschafter der Jungfraubahnen. Man verfolge das Ziel, mehr Gäste aus Deutschland für das Jungfraujoch zu gewinnen, sagt Urs Kessler. «Was Lionel Messi und Cristiano Ronaldo im Fussball sind, ist Andy Schmid im Handball. Mit ihm als Markenbotschafter wollen wir unsere Präsenz in Deutschland verstärken und die Marktbearbeitung intensivieren.»

Schmid als Fotosujet

Mehr oder weniger intensiv zu und her geht es derweil auf dem Platz. Der Match entspricht dem Event: locker, lustig und unterhaltsam. Wobei einige Mühe mit der Höhe bekunden. «Bei einem Gegenstoss hatte ich einen Puls von 186 – so hoch wie nie in der Vorbereitung», sagt BSV-Spieler Simon Getzmann. Den Zuschauern wird in den zwei Halbzeiten (je zehn Minuten) einiges an Spektakel geboten, die Spieler präsentieren Kunststücke am Laufmeter – mal funktionieren sie, mal nicht. Am Schluss gewinnt der BSV, das Resultat ist allerdings zweitrangig. «Es war genial. Alle hatten einen Riesenspass», findet Getzmann.

Heute Samstag spielen die beiden Mannschaften erneut gegeneinander. Diesmal in der Mobiliar-Arena. «So ein Event wie dieser auf dem Jungfraujoch schweisst zusammen. Das ist sicher gut im Hinblick auf die neue Saison», bilanziert Achim Dähler. Und meint: «Wir wollen nicht unbedingt Top of Europe werden. Unser Ziel ist Top of Switzerland.» Und dann liess sich Andy Schmid noch zu einem kleinen Penalty-Duell hinreissen. Seine Bilanz: fünf Schüsse, fünf Treffer. Natürlich war auch er ein beliebtes Fotosujet der Südkoreaner. Danach üben sie sich gar noch im Alphornblasen. So zücken einige Asiaten wieder ihr iPhone, um ein Erinnerungsbild zu machen.

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