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Spreu statt Weizen

Die in den Vorjahren so erfolgreichen Berner Handballclubs hinken in der Finalrunde hinterher. Der BSV und Wacker Thun kämpfen mit denselben Problemen. Wir sagen, warum sie gerade so gar nicht Spitze verkörpern.

Lange Gesichter in der Lachenhalle (links, Foto: Patric Spahni) und in der Mobiliar-Arena (Foto: Manuel Zingg).
Lange Gesichter in der Lachenhalle (links, Foto: Patric Spahni) und in der Mobiliar-Arena (Foto: Manuel Zingg).

Sie sind nicht in Not, aber im Elend. Lediglich eine von fünf Partien haben die Berner Teams 2019 je gewonnen. Wacker Thun schlug im ersten Spiel des Jahres den BSV; dieser setzte sich in der folgenden Runde in Winterthur gegen Pfadi durch. Seither jubeln in der sechs Vereine umfassenden Finalrunde stets die anderen.

Und so spielen die beiden Ensembles nicht wie in den Saisons zuvor an der Spitze mit, sondern belegen vielmehr die letzten Ränge. Zum Siegen zurückfinden wird am Mittwoch maximal eine der Mannschaften: Sie treffen im Oberland erneut aufeinander (19.30 Uhr, Lachenhalle).

Schwer tun sich Meister Wacker und der BSV, Cupfinalist in der letzten Spielzeit, aus denselben Gründen.

1: Das Verletzungspech

Den Thunern fehlten zuletzt Nicolas Suter, Ron Delhees, Luca Linder und Damien Guignet, die Berner mussten jüngst auf Matthias Gerlich, Pedro Spinola, Thomas Heer, Sebastian Schneeberger und Maximilian Freiberg verzichten. Dabei handelt es sich grossteils um Leistungsträger, teils gar um Schlüsselkräfte. Entsprechend berechenbar sind die Teams gerade. Wer deren Leader Nicolas Raemy in den Griff kriegt, hat dieser Tage gute Chancen, die Oberländer zu bezwingen.

2: Die Gegentreffer

170 Tore kassierte der BSV in seinen bisherigen fünf Finalrundenspielen. Das ist eine ganze Menge für einen Club, der starke Verteidiger engagiert. 146 Treffer erhielt derweil Wacker. Das ist zwar deutlich weniger, aber immer noch zu viel. Beide Teams zeigten sich im Defensivverhalten zuletzt verbessert.

3: Die Transfers

Mit Lukas von Deschwanden, Lenny Rubin, Viktor Glatthard und dem inzwischen zurückgekehrten Roman Caspar verloren die Thuner im Sommer wichtige Spieler. Von den Zuzügen übertraf einzig Eigengewächs Ivan Wyttenbach die Erwartungen. Delhees ist nach vielversprechendem Start verletzt. Phillip Holm, zuletzt zweimal ohne Torerfolg, sowie Simon Huwyler verfügen über Steigerungspotenzial. Die Stadtberner mussten unter anderen ihre Torhüter ersetzen. Edin Tatar und Renato Milosevic sind noch nicht so stark, wie es die Vorgänger Dragan Marjanac und Dominic Rosenberg waren.

4: Die Konkurrenz

Besser ist die Liga eher nicht geworden. Aber ausgeglichener ganz bestimmt. Vorab das einige Ausländer beschäftigende Suhr sowie das neu auf den langjährigen Weltklassespieler Bo Spellerberg zählende St. Gallen haben sich mächtig gesteigert. In den Duellen mit den Bernern siegten sie in der letzten Runde, und zwar auswärts. Sie sind in der Lage, auch die Schaffhauser und die Winterthurer zu ärgern. Letztere beeindruckten im Februar, trotzten finanziellen und anderen Problemen.

5: Der Modus:

Seit am Playoff acht und nicht wie davor vier Clubs teilnehmen, genügt es für eine ambitionierte Mannschaft, in der Ausmarchung bereit zu sein. Denn dafür qualifizieren wird sie sich ganz bestimmt. Cupfinalist Wacker kann die restlichen fünf Finalrundenspiele verlieren, die Niederlagenserie in der Liga damit auf neun Partien ausbauen – und im Frühsommer dann auf einmal als Gewinner zweier weiterer Titel dastehen. Möglicherweise ist dies den Beteiligten gerade zu sehr bewusst.

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