Von der U-18-WM in die Seelandhalle

Der Bieler Kristian Suleski nimmt in Lyss einen neuen Anlauf Richtung Profibereich.

Kristian Suleski (oben) setzt die Wiki-Abwehr unter Druck. Foto: iak

Kristian Suleski (oben) setzt die Wiki-Abwehr unter Druck. Foto: iak

Reto Pfister

Er war 2015 Mitglied der Schweizer U-18-Equipe an der Heim-WM in Zug. Als einer von zwei Spielern aus Berner Vereinen neben dem heutigen NHL-Spieler Nico Hischier. Kristian Suleski wurde damals unter anderem gegenüber Yanik Burren bevorzugt, der aktuell für den SC Bern spielt. Der Bieler mit französischer Muttersprache war keiner der Stars im Nationalteam, trug aber auch seinen Teil dazu bei, dass die Schweiz Platz 4 belegte. Suleski schaffte bei seinem Stammverein Biel den Sprung in den Profibereich, erhielt 2017 einen Vertrag. Und spielt zwei Jahre später im Amateurbereich, für den MSL-Aufsteiger Lyss in der dritten Spielklasse.

Mehrmals ausgeliehen

Was ist passiert? Es war von vornherein klar, dass der Verteidiger hart darum wird kämpfen müssen, in der National League Fuss zu fassen. Er ist kein Ausnahmetalent, auf höchster Ebene auch nicht einer, der mit spektakulären Aktionen für Aufsehen sorgen kann. Und er ist mit 182 cm Körpergrösse und 84 Kilogramm Gewicht auch nicht ein Defensivspezialist, der rein durch seine körperliche Präsenz die gegnerischen Stürmer bremsen könnte. Suleski setzte sich beim EHCB denn auch nicht richtig durch, wurde mehrfach mittels B-Lizenz in die Swiss League ausgeliehen, spielte für La Chaux-de-Fonds, die Ticino Rockets und 2018/2019 fast die ganze Saison für Ajoie.

Und erlebte dort ein schwieriges Jahr. «Es lief mir nicht richtig gut, ich hatte wenig Selbstvertrauen», sagt der heute 22-Jährige rückblickend. Der Kontrakt in Biel wurde im Sommer nicht verlängert, es gab Gespräche mit einigen Vereinen, verpflichten wollte Suleski jedoch niemand. Und so stand er ohne Arbeitgeber da und entschied sich schliesslich, kurz vor Saisonbeginn, in Lyss zu unterschreiben. Wo er bereits die Vorbereitung absolviert hatte.

«Trainer Serge Meyer kannte ich noch aus meiner Zeit bei den Bieler Elitejunioren», nennt Suleski den Grund, warum er bei den Seeländern anheuerte. Der Vertrag beim MSL-Club beinhaltet eine Ausstiegsklausel für höhere Ligen.

Viel spielen

«Wichtig ist jetzt für mich, möglichst viel zu spielen, um mir wieder Selbstvertrauen zu holen», sagt Suleski. In Lyss ist dies der Fall, beim 6:3-Erfolg des Aufsteigers gegen Wiki-Münsingen erzielte er das 1:0.

«Ich gehe gerne zwischendurch in die Offensive», sagt der Verteidiger. Für Lyss hat er in sechs Spielen fünf Skorerpunkte erzielt und mit dazu beigetragen, dass sich der spielerisch starke Liganeuling problemlos in der MSL etabliert hat. Für den Karriereneustart könnte sich die Station im Seeland als die genau richtige erweisen.

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