Wacker: Schlechter Start als gutes Omen

Handball

Wacker unterliegt in Winterthur zum Auftakt der Playoff-Halbfinal-Serie Pfadi 22:26. Statistisch gesehen ist das für die Thuner ein vielversprechender Beginn.

<b>Leiden in Winterthur:</b> Reto Friedli wird von Filip Maros gehalten.

Leiden in Winterthur: Reto Friedli wird von Filip Maros gehalten.

(Bild: Martin Deuring)

Adrian Horn

Es ist diese eine Zahl, die eine ganze Menge aussagt. 16 technische Fehler beging Wacker in der Axa-Arena – 4 mehr als das Gegenüber und vor allen Dingen 8 mehr als etwa im vorletzten Heimspiel, als die Thuner Suhr 27:18 geschlagen hatten. Es war kein guter Auftritt des Titelverteidigers. Mit dem Resultat (22:26) war er im Grunde gut bedient, auch wenn er zunächst Vorteile gehabt, nach einem Drittel Spielzeit 9:8 geführt hatte.

Martin Rubins Team scheiterte an der vorzüglichen Deckung der Winterthurer, für die diese bekannt sind. Und es verzeichnete zu viele Fehlwürfe. 13 Paraden gelangen Matias Schulz, Pfadis Keeper.

Und so bleibt die Erkenntnis, dass sich der Cupsieger erheblich steigern muss, damit seine Saison in einer Woche nicht zu Ende sein wird – zumal die Zürcher keinen Sahnetag erwischten, kaum nachlassen werden. Wegweisend dürfte das folgende Aufeinandertreffen sein; es steigt am Donnerstag um 19.30 Uhr in der Lachenhalle.

Müde Beine, zitternde Hände

Hoffnung auf die Wende besteht für die Berner Oberländer sehr wohl. Im Playoff setzten sie sich in der Ära von Coach Rubin gegen Pfadi stets durch. Sämtliche der drei Serien entschieden sie mit 3:1 Erfolgen für sich – obwohl sie jeweils die Auftaktpartie verloren hatten, jüngst vor knapp einem Jahr im Kampf um den Meistertitel.

Ein bisschen müde wirkten die Thuner vor der bemerkenswerten Kulisse von 1711 Zuschauern. Nachsehen muss man ihnen dies, hatte die Viertelfinalserie gegen Suhr doch fünf Begegnungen innerhalb von neun Tagen bereitgehalten, Verlängerung am Donnerstag inklusive, während Adrian Brünggers Equipe während über einer Woche ohne Einsatz geblieben war.

Die Oberländer liessen möglicherweise deswegen den Spirit vermissen, der sie in derlei Matchs gewöhnlich auszeichnet. Der unbedingte Glaube an sich, die uneingeschränkte Bereitschaft, mehr zu tun als der Widersacher – diese Dinge waren eher nicht auszumachen.

Überdies schlug sich im erwartungsgemäss ohne den unverändert nicht einsetzbaren Nicolas Raemy angetretenen Team von Rubin beinahe jeder Akteur unter den Möglichkeiten, während Pfadis eher unbekannter Linksaufbauer Lukas Heer mit sechs Toren aus sieben Versuchen verblüffte. Mühe bekundeten die Gäste vorab zu Beginn der zweiten Hälfte, als sie erst im siebten Anlauf und nach sechs Minuten reüssierten.

Doch wer eine schwache Darbietung hinlegt und auswärts dennoch bloss mit vier Treffern Unterschied verliert, der muss sich vor dem Wiedersehen nicht fürchten. Erst recht nicht im Wissen um die Statistik.

Pfadi - Wacker 26:22(16:12)

Wacker: Winkler/Wick; Linder (2), Felder (1), Dähler (3), Suter (6), Lüthi, Lanz (3), Wyttenbach (2/1), Friedli (1), Simon Huwyler, Guignet (1), Manse (1), Stefan Huwyler (1), Krainer (1), Sorgen.

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt