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Weniger spektakulär, dafür ausgeglichener

Das Internationale Nachwuchsturnier in Wichtrach findet 2019 ohne Spitzenteams aus dem Osten statt.

Gergo Nagy (Dragon/Thun, links) duelliert sich mit Leandro Camuso (Slovakia Lions).
Gergo Nagy (Dragon/Thun, links) duelliert sich mit Leandro Camuso (Slovakia Lions).
Iris Andermatt

Die Russen von Dynamo St. Petersburg und auch die Weissrussen aus Minsk sorgten vor einem Jahr beim Nachwuchsturnier in Wichtrach für Spektakel. «Eishockey auf solchem Niveau hat man bei diesem Anlass noch nie gesehen», geriet Ruedi Wenger, der Chef der technischen Kommission des Turniers, ins Schwärmen.

Die Kehrseite war, dass sich Wenger und seine Kollegen vom Organisationskomitee abseits des Eisfelds mehr mit den Russen beschäftigen mussten, als ihnen lieb war. St. Petersburg nervte das OK mit Sonderwünschen und sorgte für allerlei Umtriebe. Daher kam man zum Schluss, das für Spieler der U-17-Stufe offene Turnier wieder auf bescheidenerem Niveau durchzuführen.

Für dieses Jahr wurden die Slovakia Lions verpflichtet, die Schwenninger Wild Wings, Visp, Burgdorf/Brandis und Langenthal, dazu wie immer die Einheimischen von Dragon/Thun.

Der Vorteil eines solchen Teilnehmerfelds ist die Ausgeglichenheit. 2018 gerieten die Partien gegen St. Petersburg und auch gegen Minsk zu Lehrstunden für die teilnehmenden Schweizer Mannschaften, zumal aus der heimischen Liga nicht die besten Teams in Wichtrach antreten. SCB Future und die SCL Young Tigers etwa beantworten seit einiger Zeit Anfragen negativ, weil ihre Spieler in der Altjahrswoche eine Pause einlegen sollen.

So war das oberste Ziel gegen die Russen, eine zweistellige Niederlage zu vermeiden. In diesem Jahr ist die Ausgangslage vor den Spielen offener. «Klar wäre es interessant gewesen, auch jetzt gegen die Russen anzutreten», sagte Gregory Zehnder, Trainer von Dragon/Thun, der das Team vor einem Jahr noch nicht betreute.

«So, wie es jetzt ist, erhalten wir jedoch Vergleichsmöglichkeiten mit ähnlich guten Mannschaften, die für uns wertvoll sind», nannte Zehnder einen Pluspunkt der jetzigen Konstellation.

Von den Resultaten her verlief das Turnier für die Gastgeber unbefriedigend. Alle drei Partien gegen Langenthal (1:3), die Slovakia Lions (2:3) und Schwenningen (3:4 n.v.) verloren sie und schieden bereits gestern Mittag aus.

Nur ein Block Slowaken

Von gröberen Problemen blieben die Organisatoren jedoch auch heuer nicht verschont. Bei den Slovakia Lions stammen nur der Coach, ein Torhüter und fünf Feldspieler aus dem Land im Osten Mitteleuropas. Die Lions sind eine Auswahlmannschaft, diverse Vereine erteilten ihren Spielern die Freigabe für das Turnier nicht.

So laufen hauptsächlich Berner von den SCL Young Tigers, Brandis und den Huskys aus Oberlangenegg für das Team auf. «Das ist nicht das, was wir wollten», äussert sich OK-Präsident Ueli Dietrich klar.

«Das ist nicht das, was wir wollten. Verpflichtet haben wir ein Team, das aus Slowaken besteht.»

Ueli Dietrich, OK-Präsident des Internationalen Nachwuchsturniers

«Verpflichtet haben wir ein Team, das aus Slowaken besteht. Die Mannschaften aus der Schweiz sollten sich mit Akteuren aus einem anderen Land messen können.» Die Lions werden deshalb so bald nicht mehr auf der Teilnehmerliste auftauchen.

Gregory Zehnder wollte sich nicht gross damit beschäftigen, wer seinem Team gegenübergestanden hat. «Wir spielen gegen die, die auf dem Eis stehen», sagte er. Dragon/Thun wäre aber wohl auch lieber gegen einen wirklich ausländischen Kontrahenten angetreten, an einem Anlass, der «International» in seinem Namen führt.

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