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Schlechtes aus der Wacker-Wundertüte

Wacker unterliegt Suhr 25:29 und kassiert in der Viertelfinalserie überraschend das Rebreak. Verlieren die Thuner morgen in Aarau, ist die Saison für sie zu Ende.

Die Enttäuschung über die verpasste Chance steht den Thunern ins Gesicht geschrieben.
Die Enttäuschung über die verpasste Chance steht den Thunern ins Gesicht geschrieben.
Christian Pfander

Es ist bloss ein Mann, einer unter ziemlich vielen. Theoretisch. Aber wenn er fehlt, hat Wacker offensichtlich ein Problem.

Es läuft die 23. Minute. Nicolas Raemy hat den Ball, er dreht sich, wie er dies oft tut, und wird umgerissen. Er liegt längst am Boden, da drückt Milan Skvaril noch immer gegen den Akteur und dessen Kopf. Es gibt Bilder, die zeigen, wie gross die Schmerzen sind, welche Raemy in diesem Augenblick verspürt. Der Aargauer kriegt Rot, wird vom Platz gestellt. Der Thuner seinerseits kann nicht länger mittun. Nun muss man wissen: Der Linkshänder pausierte infolge eines Schleudertraumas während rund eineinhalb Jahren. Jetzt verschwindet er in Begleitung von Betreuern in den Katakomben. Ob er in dieser Saison wiederkommen wird, ist fraglich. Cyril Dähler, der Physiotherapeut der Berner Oberländer, sagt, es sei zum aktuellen Zeitpunkt unmöglich, Prognosen zu stellen.

Die Suhrer fallen nicht bloss in dieser Aktion durch übertriebene Härte auf. Nikola Isailovic muss gleichfalls vorzeitig vom Feld, wie schon in Partie 3. Wacker-Coach Martin Rubin ist sauer; die Art und Weise, wie Raemy angegangen wurde, verärgert ihn. «Ich habe kein Verständnis dafür, dass man einen Spieler während zweier Matchs am Kopf zu treffen versucht, zumal einen, der wegen einer entsprechenden Verletzung eine Ewigkeit aussetzen musste.»

Ineffizient und inkonstant

Der Ausfall von Raemy geschieht in einem Moment, da die Begegnung ausgeglichen ist. Danach ist sie es nicht mehr. Der Cupsieger bekundet ohne seinen stärksten Individualisten grosse Mühe, vorne wie hinten. 25:29 verlieren die Hausherren. Sie verpassen es, die Serie zu entscheiden und in den Halbfinal einzuziehen, wo Pfadi Winterthur wartet.

Brilliert hat der Titelverteidiger selbst mit Raemy nicht. Die Gäste greifen konsequent mit sieben Mann an, Keeper Dragan Marjanac weicht jeweils einem Feldspieler. So kommt das Überraschungsteam der Saison fortwährend zu einfachen Toren. Kreisläufer Lukas Laube erzielt sechs Treffer aus sechs Versuchen. Die Thuner ihrerseits agieren zuweilen ideenlos und zu wenig effizient. Damien Guignet begeht vier technische Fehler, Reto Friedli verwirft dreimal aus bester Position, Ivan Wyttenbach verschiesst zwei Penaltys.

Und so bestätigt sich Wacker als Wundertüte. Gross aufspielen können die Thuner; das bewiesen sie oft und jüngst in den vorangegangenen beiden Partien. Es gibt heuer aber sehr viele Begegnungen, in denen sie ihr Potenzial nicht abrufen. Morgen stehen sie unter Druck. Gewinnen sie in Aarau nicht, ist die Saison für sie zu Ende – im April und damit ungewohnt früh. Möglicherweise braucht Rubins Mannschaft den Druck, damit sie liefern kann. Ganz bestimmt aber braucht sie Raemy.

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