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Schweizer Meister Basel mit Faktor Alex Frei gegen Debrecen

In Budapest trifft der FC Basel heute Mittwoch (20.00 Uhr) in seinem ersten Spiel der diesjährigen Qualifikation zur Champions League auf Debrecen. Der Schweizer Double-Gewinner strebt beim ungarischen Serien-Meister ein Resultat ohne Gegentor an.

"Kanonenfutter sind die Ungarn nicht. Das ist kein Team aus Andorra, sondern eine Mannschaft, die wie wir die Champions League erreichen will", stellte Basels Coach Thorsten Fink kurz vor dem Abflug mit der Charter-Maschine klar. Sie müssten gegen den robusten Widersacher dagegen halten. Und dann schob der Deutsche angriffslustig nach: "Ein optimales Resultat wäre ein Sieg."

Angespannt wirkte Fink nicht. Er weiss, dass die Form seiner Auswahl stimmt. Wunschgemäss und ohne Verlustpunkt ist die beste Equipe des Landes zur Meisterschaft gestartet. Im Vergleich zur brillanten letzten Saison hat sie sogar an Substanz zugelegt. Vieles wirkt noch stabiler und eine Spur stilsicherer.

Obschon Gilles Yapi, der neue ivorische Ballverteiler aus Bern, dem Titelhalter im Hinspiel wegen einer Sperre fehlt, besitzen die Bebbi personelle Vorteile. Das gut bestückte Meister-Team ist eingespielt -- die solide Abwehr, das unberechenbare Mittelfeld mit den Top-Talenten Valentin Stocker und Xherdan Shaqiri in den Couloirs und der hoch dotierte Angriff mit Starstürmer Alex Frei garantieren für gehobene Qualität.

Der Captain der Nationalmannschaft hat den persönlichen WM-Frust innerhalb weniger Wochen abgebaut. In 180 Meisterschaftsminuten traf er dreimal. Am Denkmal wird nicht (mehr) gerüttelt. Frei nähert sich zum idealen Zeitpunkt der besten Verfassung. Seine Raffinesse könnte in der tückischen 3. Qualifikations-Runde (und womöglich später im Playoff) Gold wert sein.

Vom UEFA-Ranking wird sich kein Vertreter der Bebbi täuschen lassen. Ungarns Fussball steckt zwar seit Jahren in einer Depression und ist auf der (Klub-)Liste des europäischen Verbandes nur noch an 35. Position aufgeführt, gelegentliche Vorstösse ins internationale Rampenlicht sind gleichwohl nicht ausgeschlossen.

Debrecen beispielsweise erreichte im vergangenen Sommer die Champions League, was der FCB in seiner Geschichte auch erst zweimal (2002 und 2008) geschafft hat. Zu unterschätzen ist die erste von zwei Aufgaben auf dem Weg ins "Big Business" so oder so nicht. Alles andere wäre töricht, zu viel steht auf dem Spiel. 7,1 Millionen Euro schüttete die UEFA pro Team allein für die Antrittsgage aus; pro Sieg (800 000 Euro) oder Remis (400 000 Euro) kamen weitere fette Prämien dazu. Sie kämen Basel, das im letzten Geschäftsjahr einen Personalaufwand von 28,3 Millionen Franken auswies, sehr gelegen.

In der "Nemzeti Bajnoksag I." spielt der Debreceni Vasutas SC seit dem ersten Titelgewinn vor fünf Jahren die Hauptrolle. Nur 2008 wurde die Meisterserie kurzzeitig unterbrochen. Mit dem Tempo der "Loki" -- so wird der Verein in Anlehnung an seinen Namen in den Fünfzigerjahren genannt -- vermag die Konkurrenz im Normalfall nicht mitzuhalten.

Der Meisterschaftsbetrieb in Ungarn ruht noch. Ein Problem sollte das für Debrecen nicht sein. "Alle sind bereit. Wir haben bereits drei wichtige Spiele hinter uns", meldet der frühere Sion-Verteidiger Mirsad Mijadinoski. Der Stammspieler meint den Super-Cup sowie die beiden Partien gegen Levadia Tallinn (4:3 im Gesamtskore) in der zweiten Phase der Champions-League-Qualifikation.

Weil das Mini-Stadion des "DVSC" den Auflagen der UEFA nicht genügt, empfängt der ungarische Double-Gewinner das Pendant aus der Schweiz im Budapester Stadtteil Ujpest im Szusza-Ferenc-Stadion -- in einem kleinen Kessel mit rund 13 000 Plätzen für die stimmgewaltigen Debrecen-Anhänger. Hektik ist wohl programmiert.

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