Der «vergessene Eidgenosse» tritt zurück

«Der richtige Zeitpunkt ist gekommen»: Schwinger Hansruedi Lauper gibt per sofort seinen Rücktritt bekannt.

Ist an seinem Karriereende angelangt: Hansruedi Lauper.

Ist an seinem Karriereende angelangt: Hansruedi Lauper.

(Bild: Tobias Anliker)

Philipp Rindlisbacher

In den letzten Jahren wurde er zum Mysterium. Man wusste, dass er noch da ist, aber man sah ihn kaum einmal. Hansruedi Lauper, eidgenössischer Kranzschwinger seit 2007, war immer mal wieder an einem Gauverbandsfest eingeschrieben, meldete sich aber häufig kurzfristig ab. Einige mögen ihm das übel genommen haben, gemäss dem 38-Jährigen aus Gasel war der Körper dafür verantwortlich.

Lauper war an der Schulter verletzt, die Kreuzbänder machten Probleme, auch die Hüfte schmerzte – die Aufzählung ist längst nicht komplett. Nun zieht der Mittelländer den Schlussstrich, ein abschliessendes Antreten in sechs Tagen am Heimfest in Neuenegg kommt für ihn nicht mehr infrage.

«Halbzeit-König» in Aarau

«Der richtige Zeitpunkt ist gekommen», sagt der Landwirt mit eigenem Hof, er leide unter Rheuma, wolle die Gesundheit nicht aufs Spiel setzen. Bereits vor zwei Jahren hatte er am Regionalfest in Wislisau beabsichtigt, zurückzutreten; weil aber dieser und jener auf ihn einredete und ihn zum Weitermachen animierte, überwarf er die Pläne.

Mit Freude hat Lauper registriert, dass im Mittelländer Gauverband eine neue, starke Generation nachrückt. Erwähnt sei vorab Fabian Staudenmann (19), Schlussgang-Teilnehmer am «Emmentalischen» und gestriger Siebter in Lyss. Lauper seinerseits gewann 2004 das «Mittelländische» und fünf Jahre später das «Oberaargauische», am «Eidgenössischen» in Aa­rau lag er 2007 nach halbem Pensum gar in Führung.

Er holte 51 Auszeichnungen, aber nur noch drei in den letzten sechs Saisons. Dem Berner Kader gehörte Lauper schon länger nicht mehr an, trainierte aber bis zuletzt intensiv. Eine Tätigkeit als Funktionär ist nicht geplant, ganz ­abtauchen aber dürfte er nicht. Als Zuschauer will er regelmässig den Festen im Bernbiet beiwohnen.

Berner Zeitung

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