Auch Federers Gegner ist ein Werbegigant

Kei Nishikori fordert den Baselbieter in Paris-Bercy. Der Japaner hat noch keinen Grand-Slam-Titel, kassiert aber mehr Sponsorengelder als Djokovic und Nadal.

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Kei Nishikori konnte es nicht glauben. Sein Ausrüster hatte zwar schon Novak Djokovic unter Vertrag gehabt, als dieser die Tenniswelt nach Belieben dominierte. Und Nishikori selbst ist weiss Gott auch kein Niemand. Dass Uniqlo im Sommer aber Roger Federer für sich gewinnen konnte, den erfolgreichsten Spieler der Geschichte, das überstieg die Vorstellungskraft des Japaners. «Ist das wahr? Ist das möglich?», sagte Nishikori zum Baselbieter, als er von dessen Deal erfuhr. So erzählt es Federer.

Durch seine Unterschrift in der Woche vor Wimbledon sitzt er im gleichen Boot wie der 28-jährige Japaner. Sie sind die beiden Aushängeschilder der Modekette. Nishikori hat bereits signalisiert, dass er gern einmal Doppel spielen würde mit Federer, diesem wiederum schwebt ein Match for Africa in Tokio vor. «Wir haben nun natürlich eine spezielle Verbindung», sagt der 37-Jährige.

Was ihre sportlichen Erfolge betrifft, trennen die beiden, die sich am Freitagabend im Viertelfinal von Paris-Bercy zum neunten Duell treffen (frühestens ab 20.30 Uhr im Ticker), Welten. Federer hat 20 Grand-Slam-Titel gewonnen, Nishikori keinen. Bei Turniersiegen lautet das Verhältnis 99:11. Federer hat in seiner Karriere 118,6 Millionen Dollar eingespielt, Nishikori knapp 21 Millionen.

Natürlich kommt der Asiat auch in Sachen Werbedeals nicht an Federer, die Weltmarke, heran. 65 Millionen Dollar Sponsoringeinnahmen hat das Magazin «Forbes» für den Schweizer im vergangenen Jahr errechnet, damit ist er die unangefochtene Nummer 1 im Tennis. Und dahinter? Da folgt Nishikori mit 33 Millionen, mehr als Rafael Nadal (27) und Novak Djokovic (22).

Grösser als Federer

Nishikori, aktuell die Nummer 11 der Welt, profitiert von seiner Ausnahmestellung im asiatischen Markt. Die Legende besagt, dass nach seinem Turniersieg 2012 in Tokio 300 Firmen anklopften. Heute weiss der in Florida lebende Rechtshänder 15 lukrative Sponsoren hinter sich. Ein japanischer Journalist sagte im vergangenen Juni der «Süddeutschen Zeitung»: «In Japan ist Kei grösser als Roger.»

Das ändert nichts daran, dass sich Uniqlo den globalen Botschafter Federer mehr kosten lässt. Nishikori unterschrieb Anfang 2016 einen Vertrag, der ihm bis nach den Sommerspielen in Tokio 2020 über 50 Millionen Dollar garantieren soll. Mit Federer ist das Unternehmen eine zehnjährige Partnerschaft eingegangen. Und zahlt dem Superstar 300 Millionen. Zumindest, wenn man den Schätzungen von Insidern glauben darf.

kai

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