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Die Auferstehung des jungen Björn Borg

Redaktion Tamedia lässt während des French Open jeden Tag eine legendäre Partie des Sandplatz-Grand-Slams Revue passieren. Heute: Die Aufholjagd des 18-jährigen Björn Borg im Final von 1974.

1974 ist für Schweden ein denkwürdiges Jahr. Die Musikgruppe Abba gewinnt den Grand Prix d'Eurovision de la Chanson, und Björn Borg triumphiert erstmals in seiner Karriere bei einem Major-Turnier. Als Borg am 16. Juni zum French-Open-Final gegen den Spanier Manuel Orantes antritt, ist er gerade einmal seit zehn Tagen volljährig. Und doch vollbringt er eine der grössten Willensleistungen der Tennisgeschichte.

Nachdem er die beiden ersten Sätze mit 2:6 und 6:7 verloren hat, bricht der Teenager-Schwarm aus dem hohen Norden nicht etwa ein, sondern zerpflückt Orantes in den folgenden drei Durchgängen nach allen Regeln der Kunst. Borg gibt nur noch zwei Games ab, ehe sein 2:6, 6:7, 6:0, 6:1, 6:1-Triumph feststeht. Er, der mindestens vier Stunden täglich trainiert und einen speziellen Ernährungsplan einhält, zermürbt seine Kontrahenten mit schier unendlichen Grundlinienschlachten, bis sie völlig ausgepowert sind.

Dank seiner stabilen Psyche, die ihm den Übernamen Eis-Borg einträgt, kümmert es den Schweden nicht, wenn er zunächst ins Hintertreffen gerät. Nie lässt er den Gegner erkennen, was sich in seinem Inneren abspielt – das muss auch Orantes erkennen. Nachdem er wegen eines Wutanfalls bei einem Juniorenturnier für mehrere Wochen gesperrt worden war, beschloss Borg einst, bis zur Perfektion an seiner emotionalen Selbstkontrolle zu feilen. Das French Open gewinnt er insgesamt sechsmal, davon viermal in Serie; in Wimbledon triumphiert er fünfmal am Stück.

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