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Die eisigen Leiden des Andy Murray

In Roland Garros war Andy Murray der grosse Abwesende. Am Turnier von Wimbledon, das in zehn Tagen beginnt, will er der grosse Sieger sein. Und dafür nimmt der Schotte alle Leiden auf sich.

Es läuft wieder: Andy Murray sprintet während der Partie gegen Marinko Matosevic im Queen's Club nach einem Ball. (13. Juni 2013)
Es läuft wieder: Andy Murray sprintet während der Partie gegen Marinko Matosevic im Queen's Club nach einem Ball. (13. Juni 2013)
Keystone
Geschenk für die Fans: Murray wirft sein Schweissband ins Publikum. (13. Juni 2013)
Geschenk für die Fans: Murray wirft sein Schweissband ins Publikum. (13. Juni 2013)
Keystone
Schmerz lass nach: Der Schotte muss sich während des Matchs gegen Marcel Granollers in Rom behandeln lassen und gibt anschliessend auf.
Schmerz lass nach: Der Schotte muss sich während des Matchs gegen Marcel Granollers in Rom behandeln lassen und gibt anschliessend auf.
Reuters
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Während Rafael Nadal in Paris zu seinem achten French-Open-Sieg stürmte, Novak Djokovic eine hauchdünne Halbfinalniederlage gegen Nadal verdauen musste und Roger Federer in den Viertelfinals von Jo-Wilfried Tsonga gedemütigt wurde, arbeitete Andy Murray zu Hause an seinem Comeback – notgedrungen des Öfteren im Stehen und im Liegen. Murrays Fokus galt nach der Rückenverletzung, die ihn zum Verzicht auf das French Open gezwungen hatte, der Regeneration.

Massagen, Physiotherapie und Akupunktur standen ebenso auf dem Programm wie Eisbäder. Zehn Minuten musste es Murray jeweils in der Wanne aushalten, um den Abbau der Milchsäure im Körper zu beschleunigen. «An die Eisbäder gewöhnt man sich nicht, das macht absolut keinen Spass», sagte der Tennisstar der BBC, die ihn während des letzten Jahres mit der Kamera begleitete und am Tag vor Wimbledon eine Dokumentation über ihn ausstrahlen wird. Eine Schale mit Süssigkeiten, aus der er sich bediene, helfe dem Olympiasieger, die Qualen zu ertragen, verriet Jo McCusker, der die Murray-Dokumentation drehte. Süssigkeiten sind beliebt in der Familie des Schotten: Seine Mutter postet regelmässig Fotos von Desserts auf Twitter.

Notizen vor dem TV-Gerät

Am 15. Mai hatte Murray am Masters-1000-Turnier von Rom im Zweitrundenspiel gegen den Spanier Marcel Garnollers Forfait erklären müssen, weil sein Rücken zu sehr schmerzte. In der Folge bekundete er tagelang grosse Mühe mit Gehen und Treppensteigen. Die French-Open-Absage wurde unumgänglich. Mit den Augen war Murray trotzdem in Roland Garros. «Ich habe am Fernseher Notizen über Spieler gemacht, mir aufgeschrieben, was ich tun könnte, um ihnen weh zu tun, oder wie andere das schaffen», schreibt er in seinem Blog für die BBC.

Am Turnier im Londoner Queen's Club macht Murray bislang eine gute Figur. Nachdem er in der 2. Runde in zwei Sätzen gegen seinen letztjährigen Bezwinger Nicolas Mahut die Oberhand behalten hatte, fegte er Marinko Matosevic in nur 56 Minuten mit 6:2, 6:2 vom Rasen. In den Viertelfinals trifft der Schotte nun auf den Deutschen Benjamin Becker (ATP 105), der auf dem schnellen Grasbelag deutlich besser ist als sein Ranking.

Die Buchmacher führen Murray mit Blick auf Wimbledon als Nummer 3 in der Hitliste der aussichtsreichsten Titelanwärter. Seine Quote beträgt 4:1, nur Djokovic (2,8:1) und Nadal (3,75:1) werden höher eingeschätzt, Titelverteidiger Federer (5,5:1) folgt auf Position 4. Für den Schweizer, der 2000 Punkte verteidigen muss, ist ein glänzendes Abschneiden im All England Club Pflicht, sonst droht ihm der Sturz aus den Top 4 der Weltrangliste.

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