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Eine Rasensaison zum Vergessen

Ein angeschlagener Stan Wawrinka scheitert in Wimbledon bereits am Eröffnungstag, der French-Open-Finalist unterliegt dem Russen Daniil Medwedew in vier Sätzen.

Grosse Enttäuschung: Stan Wawrinka muss sich in Wimbledon bereits in der ersten Runde geschlagen geben.
Grosse Enttäuschung: Stan Wawrinka muss sich in Wimbledon bereits in der ersten Runde geschlagen geben.
AP Photo/Kirsty Wigglesworth
Es bleibt nur die Gratulation: Der 21-jährige Daniil Medwedew zeigt eine starke Leistung.
Es bleibt nur die Gratulation: Der 21-jährige Daniil Medwedew zeigt eine starke Leistung.
Adrian Dennis, AFP
...was Wawrinka immer wieder zur Verzweiflung treibt.
...was Wawrinka immer wieder zur Verzweiflung treibt.
AP Photo/Kirsty Wigglesworth
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Am Ende ging gar nichts mehr bei Stan Wawrinka. Fast teilnahmslos nahm er hin, was er eh nicht mehr ändern konnte: das Aus im ersten Spiel in Wimbledon. Der Waadtländer unterlag dem 21-jährigen Russen Daniil Medwedew (ATP 49) 4:6, 6:3, 4:6, 1:6.

Damit wurde bereits am Eröffnungstag des Turniers die erste grosse Überraschung Tatsache. Letztmals hatte Wawrinka 2014 beim French Open bei einem Grand-Slam-Turnier in der 1. Runde verloren.

Der Sieg Medwedews ging völlig in Ordnung, der aufstrebende Russe zeigte eine starke, rundum gelungene Partie, an der es wenig zu mäkeln gab. Sein Spiel passt ausgezeichnet zum Rasenbelag, sodass er in der Lage scheint, diesem Triumph noch einige weitere folgen zu lassen.

Schon letzte Woche ­deutete er dies an, als er in Eastbourne den Halbfinal erreichte und erst an Novak Djokovic scheiterte.

Wawrinka dagegen agierte von Beginn an zu zögerlich, geplagt auch von Beschwerden am linken Knie. Später sollte er sagen, dass sich die Problemzone zwar besser angefühlt habe als noch vor zwei Wochen, «aber offensichtlich nicht gut genug». Es sei ganz klar, dass er sich nicht so ­gefühlt habe, wie er das gerne ­gehabt hätte.

Vom Knie in den Kopf

Es setzte sich damit fort, was schon letztes Jahr begonnen ­hatte: Schweizer Knie scheinen im Sommer anfällig zu sein – 2016 litt bereits Roger Federer an ­Problemen an derselben Stelle. Zu Beginn der Partie schien Wawrinka mit den Schmerzen noch irgendwie zurechtzukommen, er konnte sich nach dem verlorenen Startsatz steigern und den zweiten Durchgang für sich entscheiden.

Anschliessend jedoch wirkte es so, als krochen die Probleme vom Knie langsam den Körper ­hinauf in Richtung Kopf, denn es sah, je länger die Partie dauerte, immer mehr danach aus, als ob er sich den Sieg gar nicht mehr zutrauen würde.

Daran konnten weder der Physiotherapeut noch der Doktor, die der Romand für eine Behandlung auf den Platz kommen liess, etwas ändern.

Allzu sehr ins Detail mochte Wawrinka aber nicht gehen. Natürlich sei diese Rasensaison eine zum Vergessen gewesen. Anderes zu behaupten, wäre auch ziemlich keck gewesen, gewann der 32-Jährige auf der grünen Unterlage doch keine einzige Partie. Das konnte auch sein neuer Coach Paul Annacone, der ihn ­gerade auf Rasen einen Schritt weiterbringen sollte, nichts ändern.

Dafür war Wawrinka auch nicht fit genug. Die Nummer 3 der Welt sagte stattdessen, dass er sich nun völlig auskurieren wolle, bis er wieder schmerzfrei spielen könne. «Wie lange das dauern wird, weiss ich nicht.»

Vermessene Gedankenspiele

Durch das Ausscheiden verpasst Wawrinka auch zwei attraktive Möglichkeiten. Mit einem Wim­bledon-Sieg hätte er den Karriere-Grand-Slam erreicht und wäre gleichzeitig die neue Nummer 1 geworden. Doch schon im Vorfeld des Turniers sagte er, dass diese Gedankenspiele für ihn völlig vermessen seien.

Er sollte recht behalten. Wohl auch im Wissen, dass es aufgrund seines angeschlagenen Körpers kaum ein realistisches Unter­fangen war. Aber womöglich auch, weil ihm an der Church Road das Selbstvertrauen fehlt, er sich auf Rasen nicht wirklich wohlfühlt, seine Stärken weniger zur Geltung kommen als auf ­anderen Belägen. Auf diese kann er sich ab sofort wieder konzen­trieren.

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