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Fantastischer Federer

Mit einer brillanten Leistung hat Roger Federer das Rasenturnier in Halle für sich entschieden. Im Final liess die Weltnummer 5 dem Deutschen Alexander Zverev, einem der Aufsteiger in dieser Saison, nicht den Hauch einer Chance.

Strahlemann: Roger Federer grinst – und freut sich über Halle-Pokal Nummer 9.
Strahlemann: Roger Federer grinst – und freut sich über Halle-Pokal Nummer 9.
Keystone

Roger Federer reist mit idealen Vorzeichen nach Wimbledon. Der Baselbieter gewann zum 9. Mal das ATP-500-Turnier von Halle. Im Final schlug er den deutschen Youngster Alexander Zverev (ATP 12) nach glänzender Vorstellung 6:1, 6:3.

Eine Woche vor Beginn des prestigeträchtigsten Turniers des Jahres setzte Federer im Generationenduell ein dickes Ausrufezeichen. Er dominierte die Partie gegen den 20-jährigen Hamburger, welcher ihn im Vorjahr im Halbfinal in drei Sätzen bezwungen hatte, fast nach Belieben.

Titel Nummer 92

«Heute war es für einmal keine Freude, gegen dich zu spielen. Du hättest ein bisschen netter zu mir sein können», meinte ­Zverev an der Siegeszeremonie in Richtung seines einstigen Idols.

«Ich spielte unglaublich gut. Mir ist einfach alles geglückt.»

Roger Federer

Tatsächlich kannte Federer kein Erbarmen und erteilte seinem da und dort als künftige Nummer 1 gehandelten Wider­sacher eine Lehrstunde. «Ich spielte unglaublich gut. Ich fühlte mich grossartig und liess nie nach», sagte Federer. «Das war bei weitem mein bestes Spiel in dieser Woche, mir ist einfach alles geglückt.»

Es ist bereits Federers 92. Karrieretitel auf ATP-Stufe, vier Turniere hat er in dieser Saison gewonnen. Und dies, obwohl er auf die Teilnahme an sämtlichen Sandplatzevents verzichtete, eine zehnwöchige Pause einlegte.

2017 hat die Weltnummer 5 erst zwei Partien – beide nach vergebenen Matchbällen gegen Widersacher ausserhalb der Top 100 – verloren.

Für die Buchmacher ist der ­35-Jährige nun definitiv der Favorit in Wimbledon, zumal sich in den Vorbereitungsturnieren keiner der üblichen Verdächtigen als erster Titelanwärter aufdrängte.

Die Wettanbieter sehen den siebenfachen Wimbledon-Champion in der Poleposition vor Titelhalter Andy Murray, Rafael Nadal, Novak Djokovic und Milos Raonic. Viermal hat Federer, der diesmal dank einer speziellen Formel als Nummer 3 gesetzt sein wird, nach dem Titel in Deutschland auch beim nachfolgenden Grand-Slam-Turnier die Trophäe in die Höhe stemmen können.

53 Minuten im Final

Wenn es noch einen Beleg dafür gebraucht hat, dass Federer für sein Saisonhighlight gerüstet ist, dann lieferte der Schweizer diesen gegen Zverev. 24 Stunden nach dem etwas mühevollen Zweisatzsieg gegen den Russen Karen Chatschanow (6:4, 7:6) überzeugte er unter dem geschlossenen Dach im Gerry-Weber-Stadion in allen Belangen.

Die Probleme beim Return und mit der Rückhand, welche er in den letzten beiden Wochen in Stuttgart und Halle hie und da bekundet hatte, schüttelte er quasi über Nacht ab. Im ersten Satz gewann Federer die ersten sieben Punkte in Folge, nach gerade einmal 23 Minuten stand es 6:1. Eine halbe Stunde später war der Sieg perfekt.

Nur einmal, im ersten Game des zweiten Satzes, gewährte Federer seinem Finalgegner, der 2017 die Turniere in Montpellier, München und Rom gewonnen hat, einen Breakball.

Auch weil er zwei Drittel seiner ersten Aufschläge ins Feld brachte und in der gesamten Partie nur zwei Punkte mit dem ersten Service abgab, blieb Zverev chancenlos. Seinerseits gelangte Federer zu acht Breakmöglichkeiten; viermal schlug er zu. Auf Rasen hat er nurmehr 16 Turniere für sich entschieden, was Rekord bedeutet.

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