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Gut gegen besser

Heute um 21 Uhr heisst es Federer gegen Djokovic. Die Vorzeichen verheissen nichts Gutes.

Hier Federer, dort Djokovic. Zwei, die sich immer wieder fordern und zu Höchstleistungen antreiben.
Hier Federer, dort Djokovic. Zwei, die sich immer wieder fordern und zu Höchstleistungen antreiben.

Federer gegen Djokovic. Das ist, ohne zu übertreiben und ohne sich zu weit aus dem Fenster zu lehnen, das Duell der Saison. Hier der Dominator, dort derjenige, der ihn schlagen kann. Bei den richtigen Bedingungen, an einem guten Tag, wenn er gut serviert, das Netzspiel funktioniert und wenn er kurze Punkte spielen kann. Er, das ist Federer.

Die Ausführungen verraten es, die Favoritenrolle ist vergeben. Novak Djokovic hat sie momentan inne, überall, wo er hinkommt. Auch gegen Federer. Sein Jahr ist erstaunlich, seit Shanghai 2014 und 17 Turnieren hat er im Ranking keine Punkte verloren. Das heisst: Überall war er gleich gut wie im Jahr zuvor – oder eben besser.

Die Favoritenrolle wird auch von der Head-to-Head-Statistik dieser Saison wiedergegeben.

Vor dem Spiel geben sich beide locker. Djokovic twittert Fotos vom gemeinsamen Essen mit seiner Entourage. Federer gibt sich entspannt, sagt, das Spiel sei wichtig, aber eben nicht das Spiel schlechthin. Und: «Ich bin nicht weit weg von ihm.» Aber: «Die Chancen liegen mehr auf seiner Seite.» Federer nimmt damit Druck von sich und weist Djokovic die Favoritenrolle zu.

Wie die Tabelle oben zeigt, trafen sich die beiden in jedem der sechs bisherigen Spiele der Saison erst im Final (4:2 Djokovic). Das ist heute anders. Darum sagt Federer, die Partie sei nicht mit anderen Spielen zu vergleichen. Selbst mit einer Niederlage kann er die Halbfinals erreichen.

Dass sich die beiden so früh begegnen, ist jedoch nicht neu: 2013 trafen sie in der ersten Runde aufeinander. Djokovic gewann mit 6:4, 6:7(2), 6:2 ein Spiel, das qualitativ abfiel. Federer sagt: «Ich erinnere mich. Wir beide hatten Mühe mit dem Rhythmus. Wir spielten beide ziemlich schlecht. Es war ungewöhnlich, so früh aufeinanderzutreffen.»

Langsam – ein Nachteil

Entscheidend wird sein, wie Federer mit den Platzbedingungen zurechtkommt. Bei seinen Siegen in Dubai und Cincinnati kam ihm zugute, dass diese Plätze als die schnellsten der gesamten Tour gelten. London ist anders, London ist langsamer. «Es ist zu langsam für ein Hallenturnier. Wenn wir schon indoor spielen, sollte es schneller sein», sagt Federer. Die Langsamkeit kann für ihn zum Problem werden: Der Serbe bringt mehr Aufschläge zurück, Federer ist eher in der Defensive, kann nicht wie gewohnt offensiv spielen. Vorteil Djokovic also.

Trotz des langsamen Belags fliegen die Bälle flach ab. Das kommt wiederum Federer zugute: einerseits, weil er als der offensivere Spieler gilt. Andererseits, weil er seine manchmal fragile einhändige Rückhand nicht auf einer für ihn unbequemen Höhe schlagen muss.

Federer dürfte ebenso davon profitieren – vielleicht nicht heute, aber im Verlauf des Turniers –, dass der Belag von Tag zu Tag schneller wird, glaubt man zumindest Brad Gilbert, dem ehemaligen Trainer von Andy Murray und heutigem Tennisanalysten. Grund: Die Platzpigmente werden abgenutzt, die Bälle dadurch weniger abgebremst.

Pröbeln oder gewinnen?

Djokovic betont, dass er die Partie ernst nehme, auch wenn er sich eine Niederlage erlauben könnte: «Ich habe nicht die Absicht zu verlieren.»

Und Federer? Er will in erster Linie gewinnen, sagt aber zugleich, das Turnierformat erlaube es ihm, etwas auszuprobieren, «etwas zu pröbeln».

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