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«Ich höre nicht auf mit dem Tennis!»

Obschon Timea Bacsinszky auch für Wimbledon absagen musste und seit einem Jahr ohne Sieg ist, gibt sie sich kämpferisch. Doch dass sie zur Untätigkeit verurteilt ist, macht ihr zu schaffen.

Ihr letzter Auftritt auf grosser Bühne: Timea Bacsinszky vor einem Jahr in Wimbledon.
Ihr letzter Auftritt auf grosser Bühne: Timea Bacsinszky vor einem Jahr in Wimbledon.
Georgios Kefalas, Keystone

Manchmal ist es ein Glück, dass man nicht weiss, wie es im Leben weitergeht. Als Timea Bacsinszky am 6. Juli 2017 in der zweiten Runde Wimbledons die Slowakin Kristina Kucova 6:0, 6:1 vom Court fegte, deutete nichts darauf hin, dass dies für lange Zeit ihr letzter Sieg sein würde. Die Waadtländerin war am French Open erst im Halbfinal an der späteren Siegerin Jelena Ostapenko gescheitert und spielte nun auch auf Rasen ganz ansprechend. In Runde 3 kam sie zu ihrer Premiere auf dem Centre Court Wimbledons und zwang Weltnummer 10 Agnieszka Radwanska über drei Sätze, obschon ihr linker Oberschenkel schmerzte. Doch Bacsinszky schien nicht allzu besorgt.

Doch die Blessur erwies sich als gravierender als angenommen, es kam eine Sehnenentzündung am linken Handgelenk dazu, womit sie für den Rest des Jahres ausfiel. Und seitdem spielt ihr Körper gar nicht mehr mit. Erste Comebackversuche waren nicht von Erfolg gekrönt, Ende April erlitt sie in Rabat einen Muskelfasserriss an der rechten Wade. Einen Start am French Open sagte sie deswegen ab, in Wimbledon muss sie nun passen, weil die linke Wade schmerzt.

Die Leidenschaft ist immer noch da

Mit geröteten Augen erklärte sie ihr nächstes Forfait, das umso mehr wehtut, weil sie eigens nach London gereist war. Doch die 29-Jährige gibt sich kämpferisch: «Ich höre nicht auf mit dem Tennis! Nicht jetzt, nicht in diesem Jahr und auch nicht im nächsten. Egal, was meine Rangierung ist, meine Leidenschaft ist immer noch da.» Doch sie verhehlt nicht, wie schwierig für sie diese Situation ist: «Ich bin eine hyperaktive Person. Ich will etwas tun. Doch die Verletzungen binden mich zurück. Es geht alles so langsam.»

Dabei sei sie offen für alle Formen von Therapien, habe es auch mit Akupunktur, Reflexologie oder Osteopathie versucht. Wenn sie mit berufstätigen Freunden essen gehe, fühle sie sich wie das fünfte Rad am Wagen. «Alle fragen, wie es mir geht, aber es geht einfach nicht vorwärts. Ich würde so gerne wieder arbeiten. Ich würde auch um vier Uhr morgens aufstehen und Brot backen. Das gäbe mir wenigstens ein Gefühl, etwas getan zu haben.»

«Ich hatte Depressionen»

Immerhin habe sie schon Erfahrung mit solchen Situationen: «Als ich 2011 den Fuss brach und drei Operationen hatte, sagten die Ärzte, ich könnte wahrscheinlich nie mehr professionell Sport treiben. Ich hatte eine sehr schwere Zeit, ich hatte auch Depressionen. Und ich bin auch da rausgekommen und spielte danach so gut wie noch nie. Jetzt ist mein Umfeld viel besser als damals, ich bin von wunderbaren Menschen umgeben. Ich spüre sehr viel Liebe.»

Wann sie wieder spielt, weiss sie nicht. «Es kann in drei Wochen sein, in vier Monaten, in sechs Monaten. Ich spiele erst wieder, wenn sich meine Waden gut anfühlen, ich das Vertrauen in meinen Körper wieder habe. Im Moment brauche ich einfach Geduld.»

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